Freitag habe ich mein letztes Uniprojekt beendet und habe damit offiziell Weihnachtsferien jetzt!
Ich muss zugeben, dass die Uni letztendlich doch nicht so dramatisch war wie ichs anfangs befürchtet hatte. Mein liebstes Bruderherz wird jetzt die Augen verdrehen und den Kopf schütteln. Und ja, du hattest recht. Das Quarter war zwar anstrengend weil Hausaufgaben hier ganz groß geschrieben werden, so schwierig wie ich dachte wars dann aber natürlich doch nicht. Ich muss zugeben, dass ich sogar ein paar Streber-As abgesahnt habe :)
Wenn ich könnte würde ich die Uni zu Hause ganz gerne schmeißen und stattdessen das komplette Electronic Media Programm hier durchziehen. Schade, dass das so kurz vorm Bachelor irgendwie keinen Sinn mehr macht und mal abgesehen davon unbezahlbar ist.
Nächstes Quarter werde ich dann nur noch zwei Tage zur Uni gehen um einen Kurs zu belegen, in dem ich meine eigenen Kurzfilme produzieren kann und den Rest der Woche mache ich ein Praktikum im Newsroom von einem lokalen Fernsehsender in Cincinnnati. Hab mich dort schon vorgestellt und es klang zumindest so als ob ich ne Menge tolle Sachen machen darf... und die Redaktionsluft hat mich innerhalb von Minuten wieder angesteckt...
Trotz Uniendspurt hatte ich die letzten zwei Wochen zum Glück auch Zeit für die schönen Dinge des Lebens, also habe ich mich letzten Sonntag zum Beispiel mit Freunden aufgemacht nach Louisville, der Geburtsstadt von Muhammad Ali, um dort sein Museum zu besuchen. Das war ziemlich interessant auch wenn ich nach wie vor weder vom Boxsport noch davon, dass Muhammad Ali der beste Mensch der Welt ist, überzeugt bin.
Als wir auf unserem Weg dahin an einem Drive-Thru (ist mir erst neulich aufgefallen, dass das ja ganz falsch geschrieben wird) Halt gemacht haben, kam ein schwarzer Kerl (ich ignoriere an dieser Stelle mal alle politische Korrektheit und alle dunkelheutiger-amerikanischer-Bürger-afro-amerikanischer-Abstammung-Euphemismen) in einem Bananenkostüm an unser Autofenster.Er meinte: "I'm a rapping banana" und hat dann ca. 5 Minuten mit seinem Kopf in unserem Fenster gerappt und ist wieder abgezogen - ohne nach Geld zu fragen! Was soll ich dazu sagen... We are in America!
Das Museum war ganz interessant, Ali hat mich beim Schattenboxen allerdings gnadenlos mit einem Punch auf die Nase außer Gefecht gesetzt.
Ansonsten haben die letzten zwei Wochen aus ausgiebiger Feierei und der Jagd nach den perfekten Weihnachtsgeschenken und Mitbringseln bestanden... in meinem fast fertig gepackten Koffer befinden sich ungelogen gerade mal ein paar Schuhe und ca. 5 andere Kleidungsstücke. Der Rest ist gefüllt mit Oreos und Poptartes und ein paar Überraschungen...
Das Haus ist seit Freitag ziemlich leer, da sind fast alle auf einmal abgehauen. Ich weiss nicht wann ich das letzte mal so viele Abschiede an einem Tag hatte und trotz aller festen gegenseitigen Versprechen, dass wir uns bald besuchen kommen auf der ganzen Welt, ist es trotzdem ein komisches Gefühl Leuten mit denen man 3 Monate lang jeden Tag verbracht hat auf unbestimmte Zeit Tschüss zu sagen. So siehts übrigens aus wenn 3 Mädchen 6 Wochen in einem Raum wohnen...
Keine Ahnung wie viele Mülltüten ich heute aus meinem Zimmer geschleppt hab. Die Zahl war definitiv zweistellig!
Ja und jetzt ist es Sonntagabend und ich werde sentimental. Auf die 11 Stunden Flug morgen hab ich absolut keine Lust aber der Gedanke, dass die besten Eltern der Welt am Dienstag um 9 mit einer frischen Butterbrezel am Flughafen auf mich warten werden ist natürlich überwältigend!
Also bis ganz bald!