Unser (Thomas, Lisa, Toti, Claire & Me) Abenteuer Roadtrip hat genau genommen Mittwoch Mittag begonnen als wir fröhlich in ein Taxi gestiegen sind um uns zum Autoverleih fahren zu lassen. (Mit den Öffentlichen und Laufen und so is hier nicht...). So haben wir den wunderschönen Stadtteil Covington erkundet, wo sich in der 17th Street West unser Auto befinden sollte.
Hat jemand den Konjunktiv bemerkt und kann den Rest der Geschichte erahnen?
Also dieser Stadtteil von Cincinnati ist so schön, dass Toti als unser Taxifahrer in diesem gottverlassenen Industriegebiet auf einem Parkplatz wenden wollte, plötzlich ruft: "Please, don't leave us here! Please! Please!!!" Naja, eine halbe Stunde und ne Menge Dollars später haben wir dann alle eingesehen, dass weder die Adresse noch der Autoverleih existieren und der Taxifahrer meinte er kenne eine Filiale in der Innenstadt und ob er uns da hin bringen soll. Die Filiale die er meinte befand sich dann in der 7th Street West. Fällt jemand was auf??? Zu blöd für Toti (die die Adresse abgeschrieben hatte), dass mir was aufgefallen ist...
Als wir dann endlich in der Tiefgarage "unser" Auto abgholt haben, haben sich meine lieben Mitbewohner kaum noch eingekriegt. Ein roter Dodge Charger. Nicht, dass mir das vorher irgendwas gesagt hätte aber das Auto war Luxus pur!
Zitat Claire: "This is quite a proper car!"
Washington ist wunderschön und unglaublich beeindruckend!
Innenstadt, FBI Headquarter, Capitol, Obelisk, Air&Space Museum, Lincoln und World War 2 Memorial und das vermeintliche weisse Haus haben wir am Donnerstag geschafft... wir waren ein bisschen enttäuscht von den Obamas weil sie uns A nicht zum Thanksgiving Dinner eingeladen haben und B ein Partyzelt den Blick auf ihr Haus versperrt hat (wie sich dann Samstag herausgestellt hat, waren wir auf der falschen Seite)...
Die Krönung des Tages war eindeutig das Thanksgiving Dinner bei Hooters!
Ach und nicht zu vergessen: In der ersten Nacht war erstmal Feueralarm angesagt. Als wir alle in Schlafanzug mit Winterjacke und unseren wichtigsten Habseligkeiten abbrennbereit das Zimmer verlassen wollen, ist der ganze Spass auch schon wieder vorbei und ich musste doch schwer an meine liebsten Helsinkier Lena und Caro denken (Fühlt euch an dieser Stelle ganz herzlichs gegrüßt und vollstens verstanden, ihr Schätzeleins)!
Am Freitag sind wir natürlich wieder viel zu spät nach Philadelphia aufgebrochen und sind trotz der ca. 30 Google Maps, die ich unter Einsatz meines Lebens (und meines guten Rufs) ausgedruckt hatte (hab dafür nur 27 Minuten lang den Drucker im Computerraum blockiert), ca. 5 Mal im Kreis gefahren bis wir den richtigen Highway gefunden haben. In Philly war unser erster Stop das Museum vor dem die berühmte Rocky-Szene spielt.
Auf dem Weg in die Innenstadt sind wir zufällig am Benjamin Franklin Museum vorbei gefahren wo momentan "Körperwelten" von Gunther von Hagen ausgestellt wird. (Die Ausstellung mit den echten präparierten Toten, falls euch der Name nichts sagt). Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Ausstellung war super interessant und überhaupt nicht so schrecklich wie ich es erwartet hatte. Entsetzlich waren nur die ausgestellten Fötusse und die Frau mit dem Baby im Bauch. Alles andere war relativ harmlos. Und mit einem traditionellen "Philly Cheesesteak" im Bauch eigentlich ganz gut zu ertragen.
Da es danach für eine Besichtigung der Liberty Bell leider schon zu spät war sind wir noch über einen (deutschen) Weihnachtsmarkt geschlendert, wo eine Verkäuferin Claire davon überzeugen wollte, dass alle Deutschen Räuchermännchen zu Hause haben. Als ich widersprochen habe hat sie versichert, dass das ganz sicher sei: "wirklich alle!!!" Ich hab mich ja ziemlich geschmeichelt gefühlt, dass sie offensichtlich meinen deutschen Akzent nicht gehört hat aber ich konnte mir trotzdem nicht verkneifen sie über meine Herkunft aufzuklären... peinlich, peinlich.
Kurze Umfrage: Wer von euch hat ein Räuchermännchen zu Hause? Ich nicht!
(Ich hab ne Pyramide, hahaha)
Unseren zweiten Tag Washington haben wir mit dem Arlington Friedhof und Kennedys Grab begonnen. Ziemlich beeindruckend und sehr schöne Anlage. Danach waren wir beim Pentagon, wo wir verbotenerweise auf einem Parkplatz ca. 500 Meter vom Gebäude entfernt geparkt haben um das Memorial zu besuchen. Wir wurden nicht erschossen. Gefährlicher schien mir dagegen der Scharfschütze auf dem Weissen Haus oder der Kukluxklan-Typ davor. Unser letzter Sightseeing Stop waren die National Archives, wo die Originale der Verfassung, der Bill of Rights und der Unabhängigkeitserklärung ausgestellt sind. Die Bilder davon sind leider eher bescheiden geworden. Insgesamt habe ich übrigens ca. 500 Bilder gemacht... von jedem Scheiss sozusagen.
- Tut mir Leid aber irgendwie ist mir heute nach unpassenden Bemerkungen (falls jemand die Steak-Tote Körper-Bemerkung unpassend fand). Das Gute an meinem Blog ist allerdings, dass es mein Blog ist! -
Am Abend haben wir uns ein NBA Spiel angesehen. Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so viel Sport in so kurzer Zeit gesehen. Das gute an Basketball ist, dass die Regeln nicht so kompliziert sind wie beim Football und die Spieler nicht so fett und hässlich wie beim Baseball. Trotzdem hats mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Zu unbrutal. Da wird mir doch bewusst, dass der gute deutsche Fussball wohl doch mein Favourite bleibt.
Bei schönstem Sonenschein haben wir uns dann am Sonntag 10 Stunden durch den Thanksgiving-Rückreise-Verkehr gekämpft und sind nach einem letzten glücklichen Stop bei Waffle House vollkommen tot in unsere Betten gefallen.
Ein perfekter Roadtrip! Besser hätte der beste Truthahn nicht sein können!