Mittwoch, 24. März 2010

Alles hat ein Ende, nur die Wurscht hat zwei

Mein letzter Blogeintrag kommt leider nicht mehr aus Amerika, sondern schon vom deutschen Lande. Ich habs in meinen letzten Tagen in Cheeseburgerland einfach nicht mehr hinbekommen zu bloggen. Es gibt allerdings schon ein paar Dinge, die ich noch erzählen muss...

Die meiner Meinung nach überaus erfreulichen Ergebnisse von letztem Sonntag, sind ein guter Anlass von meiner persönlichen Begegnung mit dem amerikanischen Gesundheitssystem zu berichten.

Da ich scheinbar nicht so gut auf meine Gesundheit geachtet habe wie ich dachte, habe ich mir leider einen ziemlich nervigen Husten zugelegt. Das wäre ja nicht so dramatisch, wenn nicht nach einiger Zeit meine linke Hüfte angefangen hätte übelst zu schmerzen. Nachdem ich das dann drei Tage lang versucht habe mit Schmerzmitteln zu betäuben und es immernoch da war, hab ich langsam angefangen mir Sorgen zu machen, dass es vielleicht meine Niere ist. Das hat mir dann doch genügend Respekt eingejagt um mich auf den Weg ins Krankenhaus zu machen. Dort angekommen habe ich versucht herauszufinden ob der Check in der Notaufnahme von meiner Universicherung gedeckt wird. Ganz sicher war sich da keiner, die Aussage war dann letztendlich, dass ich auf jeden Fall 100 $ zahlen muss und es nicht sicher ist wie hoch die tatsächliche Rechnung sein wird.
Meine Reaktion: Ich glaub es tut doch nicht so weh. Tschüüüss!!!
Das war einer der Momente, in denen ich doch ganz gerne in Deutschland gewesen wäre! Denn bei allen Beschwerden über unser Sozial- und Gesundheitssystem haben wir eben doch keine Ahnung wie es sich anfühlt, wenn diese Systeme tatsächlich nicht funktionieren.
Und auch wenn ich manche Gegenargumente zur Gesundheitsreform gut verstehen kann, finde ich, dass ein System bei dem man nach drei Tagen Schmerzen und einer halben Stunde Wartezeit das Krankenhaus wieder verlässt weil man sich vielleicht die Rechnung nicht leisten kann, nicht besonders gut funktioniert. Ganz im Ernst.
Und auch wenn ich mit meinem politischen Nicht-Wissen wahrscheinlich besser die Klappe halten sollte, aber das ganze Gejammer wie schlecht unser Sozialsystem ist geht mir echt auf die Nerven, wenn ich sehe wie Freunde in Amerika richtig Angst haben müssen vor Arbeitslosigkeit weil das dort bedeutet, dass KEINER sich um dich kümmert! Da gibts keine Sozialwohnung und kein Arbeitslosengeld. Da gibts wenns dumm läuft einfach garnichts mehr.

Apropos Arbeitslosigkeit, an meinem letzten Tag beim Praktikum war ich dann doch ganz überrascht wie traurig alle schienen, dass ich gehe... ich bin wohl ziemlich gut im facebooking.

Meine letzten Wochen und Tage in Cincinnati waren eigentlich noch sehr schön und der Abschied deswegen umso trauriger.
Ich war mit Freunden im "Hofbräuhaus" und hab da gleich mal die Kellnerin beleidigt weil ich gefragt habe, ob sie auch deutsches Bier haben...


In Cincinnati werden übrigens nicht nur deutsche Traditionen kopiert. Jeder Anlass zum Trinken wird genutzt. So auch der irische St.Patrick's Day, an dem Horden von grünen Menschen durch die Nacht ziehen und grünes Bier oder Irish Carbombs trinken. Nach anfänglicher Skepsis bin ich von beidem positiv überrascht gewesen und dann wars auch egal, dass alle total bescheuert aussehen und keiner ne Ahung hat was der St.Patrick's Day eigentlich bedeutet.


Der Abschluss an der Uni war auch noch ziemlich nervenaufreibend. Für meinen Kurs habe ich als Abschlussprojekt ein Video produziert, bei dem mir meine talentierten Freunde zum Glück mit ihren schauspielerischen Talenten ausgeholfen haben. Die Nächte vor der Angabe inklusive Kritiksession habe ich jedenfalls nicht viel geschlafen und als ich dann vorne stand und mein Video vorgestellt habe, habe ich auch ein klitzekleines bisschen gezittert. Dafür war das Gefühl unglaublich, seine ganzen Nerven und Energie in ein Projekt zu stecken, das einem tatsächlich am Herzen liegt und es dann vor Publikum zu präsentieren. Vor allem, wenn die Kritik positiv ausfällt... Und obwohl ich natürlich mit dem Ergebnis nicht 100prozentig zufrieden bin, glaube ich kaum, dass ich auf meine Bachelorarbeit so stolz sein werde. Allein wegen den Erfahrungen an der Uni hat es sich gelohnt nach Cincinnati zu gehen und es spuken jetzt auch zukunftsmäßig ein paar neue Ideen in meinem Kopf herum.

Mein letztes Wochenende war schrecklich schön. Und das meine ich wörtlich.
Nach viel Feierei und Lagerfeuer und Blueberrypancakes mit Sonnenaufgang habe ich mich Sonntag endlich ans Packen gemacht und war total genervt weil schon die ganzen Neuen eingezogen sind. Ich habe niemand Bescheid gegeben, weil ich keinen großen Abschied wollte. Auf einmal schaue ich aus dem Fenster und sehe wie Freunde von mir in meinem Garten Zweige sammeln und Feuer machen. Das war die schönste Überraschung. Sie meinten ich könnte nicht abhauen ohne Marshmallows am Stock gegrillt zu haben...

Den Abschied hat das nicht gerade leichter gemacht. Ich hatte 6 Wahnsinnsmonate, mit so vielen unglaublichen Erfahrungen und Eindrücken, die ich niemals nie vergessen werde!
Das wichtigste waren natürlich die Menschen. Ich habe so viele tolle Leute kennengelernt und einige sind echte Freunde geworden. Der Gedanke, dass ich nicht weiss ob und wann ich sie alle wiedersehe ist hart aber andererseits habe ich jetzt auch Übernachtungsmöglichkeiten auf der ganzen Welt. Ich kanns kaum erwarten die alle zu nutzen!
Jetzt gehts nach Ostern allerdings erstmal zurück in die Stadt meines Herzens, wo ich in meine neue Wohnung ziehe!!!

Vielen Dank für all das positive Feedback, ohne das hätte ich wahrscheinlich irgendwann aufgehört zu schreiben...

Also: No Goodbye, stattdessen: See you later und Servus! Hoffentlich bald live und in Farbe!!!

Die Steffi

Donnerstag, 25. Februar 2010

Chicago

"Ich komm nie mehr, ich bin in Chicago, in Chicago, irgendwo wo mich keiner kennt"

jaja, vorletztes Wochenende ist mir der gute Clueso mehr als einmal durch den Kopf gegangen!

Freitag Mittag haben mich meine lieben Mitbewohner mit unserem Toyota-7-Sitzer-Familyvan von der Arbeit abgeholt und los ging unser Roadtrip nach Chicago. Den Toyota haben sich die Jungs vor ein paar Wochen zusammen gekauft. In den Tagen als der Recall losging. Das Modell ist zum Glück nicht betroffen.


Nach ca. 6 Stunden Fahrt mit diversen Stops, unter anderem am Starbucks-Drive-Thru, sind wir dann endlich angekommen. Als ich unsere Zimmernummer auf der Keycard gesehen habe, hab ich für einen Moment gedacht, dass das Hotel wohl eine sehr seltsame Zimmernummerierung hat. Bis mir dann im Aufzug aufgefallen ist, dass wir tatsächlich im 15. Stock wohnen. (Jaja, ich weiss, da kommt das Landei durch, aber für mich ist das hoch!!)
Nach nem fetten Essen und ein paar Drinks in einer Bar sind wir dann ziemlich erschöpft in unsere Betten gefallen. Da wars dann auch nicht mehr so schlimm, dass wir uns zu fünft ein Vierbettzimmer teilen mussten.
Am nächsten Morgen wurden wir von Sonnenschein und strahlend blauem Himmel geweckt. Das perfekte Wetter für den ersten Sightseeing Punkt auf unserer Liste: der Sears-Tower. Vor einigen Jahren noch das höchste Gebäude der Welt. Als wir davor standen haben wir uns erstmal gewundert ob wir richtig sind. Der gute Tower ist zwar eindeutig das höchste Gebäude weit und breit, wurde allerdings letztes Jahr verkauft und heisst jetzt Willis-Tower. Mit dem Aufzug gings in ca. einer Minute ab ins 104. Stockwerk, wo man in etwa 400 Metern Höhe über die Stadt und den Lake Michigan blicken kann. Leider gibt es keine Außenplattform, das wäre noch cooler gewesen aber auch so war der Ausblick ganz schön beeindruckend. Besonders lustig ist, dass es mehrere Glaswürfel gibt, die an die Glasfront grenzen. Wenn man in einem der Würfel steht, steht man praktisch über den Dächern und Straßen von Chicago und sieht die Autos unter den eigenen Füßen fahren. Nicht alle meine Mitbewohner fanden das so toll wie ich. Ebian hat sich erst ziemlich vorsichtig und misstrauisch mit einem Fuss auf die Glasplatte gewagt, als dann aber der kleine Junge vor ihm angefangen hat auf und ab zu springen, war der Fuss ganz schnell wieder weg vom Glas.


Für den Rest des Sightseeings haben wir uns aufgeteilt. Während die Jungs eine Al Capone Bustour durch die Stadt gemacht haben, haben Debora und ich das Art Institute of Chicago besucht. Definitiv eines der beeindruckendsten Museen, die ich je gesehen habe. Danach sind wir noch ein bisschen durch die Häuserschluchten und den Milleniumspark gewandert und haben uns von der atemberaubenden Atmosphäre der Stadt beeindrucken lassen.



Das Nachtleben von Chicago ist definitiv anders als in Cincinnati. Hier bleiben die Clubs schon auch mal bis um 4 auf und auf den Straßen ist die ganze Nacht was los. Man merkt einfach, dass in Chicago mehr Leben ist.
Sonntag morgen haben wir uns trotz der Strapatzen der Nacht aufgerafft und sind zum Pier gelaufen. Es war toll am Wasser zu sein! Und der Blick vom Riesenrad aus war fast so toll wie der vom Willis-Tower. Danach noch ein kleiner Shoppingtrip auf der "Magnificent Mile" und ab gings wieder zurück nach Cincy. Ich glaube wir waren alle ein bisschen wehmütig als die Skyline langsam hinter uns verschwunden ist...




Kurz bevor wir wieder zurück waren wurden noch Wetten abgeschlossen ob unser Haus noch steht. Unsere koreanischen Mitbewohner haben uns leider schon mehr als einmal Anlass gegeben daran zu zweifeln. Während sie beim Waschen ihrer Wäsche in unserer Badewanne das Bad so unter Wasser setzt, dass es durch die Decke in die Küche läuft, bevorzugt er es während dem Kochen mal ein Weilchen nach oben zu gehen um ein kleines Nickerchen zu halten. Und das nicht nur einmal. Geflutet oder abgebrannt war also die große Frage. Zum Glück war letztendlich alles bestens.

Letzte Woche hatte ich einen meiner Höhepunkte beim Praktikum. Ich war mit einer Reporterin draußen. Unsere Story: die Gefahren von großen Eiszapfen, die an den Häusern hängen. Dazu haben wie unter anderem ein paar Dacharbeiter interviewt. Natürlich wollte sie dann auch Bilder von deren Arbeit auf dem Dach. Da sie zu große Angst hatte um nach oben zu klettern, hab ich das gemacht. Dabei habe ich mir ehrlichgesagt weniger Gedanken darum gemacht, dass ich runter fallen könnte, als viel mehr darum, dass die Bilder gut werden und wer das wohl bezahlt, wenn ich diese arschteure Kamera in meiner Hand fallen lasse. Ich war schon ziemlich stolz als der Beitrag dann mit meinen Bildern ausgestrahlt wurde und Annette im Newsroom verkündet hat wie mutig die neue Praktikantin ist :)

In ungefähr vier Wochen steige ich wieder in den Flieger... Zeit um den Soundtrack für mein Amerika Abenteuer zu erstellen.
Manch einer mag überrascht sein und sich fragen was mit meinem Musikgeschmack passiert ist. Der hat sich nicht verändert, nur verbessert - denn wenn ich hier Eines gelernt habe, dann, dass sowohl amerikanisches Essen als auch Miley Cyrus eine Chance verdient haben!

Miley Cyrus: Party In the USA

http://www.youtube.com/watch?v=M11SvDtPBhA

Asher Roth: I love College

http://www.youtube.com/watch?v=qYx7YG0RsFY

Where They Landed: Today

http://vimeo.com/8915541


"Today" liegt mir ganz besonders am Herzen. Es ist das E Media Abschlussprojekt von Freunden von mir und von den 17 Minuten, die das Video lang ist, ist jede Sekunde absolut sehens- und hörenswert! Das ist vermutlich auch der Grund warum die Jungs vor zwei Tagen die Einladung zur Emmyverleihung in L.A. bekommen haben. "Today" hat den Emmy für "Best Use of Music" gewonnen!!! Gut, dass ich mich hier gleich mal mit den Stars von Morgen angefreundet habe :)

Sonntag, 31. Januar 2010

Uuuuuuuund: Action!

Ich habe immer behauptet, dass ich nicht für mich selbst blogge und dass ich nicht zu diesen mittelpunktssüchtigen Nervensägen gehöre, die im Grunde nichts zu sagen haben aber umso selbstverständlicher davon ausgehen, dass jeder wissen will was sie zu sagen haben.

Stattdessen habe ich immer behauptet ich blogge aus reinster Nächstenliebe, weil es mir wichtig ist, dass meine Freunde und Familie wissen wie es mir geht (ich geh jetzt mal ganz selbstverständlichst davon aus, dass es Menschen gibt die das tatsächlich interessiert) und ab und zu habe ich vielleicht auch zugegeben, dass das Bloggen einfach bequem ist weil ich so nicht jede Geschichte zig mal erzählen muss.

Die Wahrheit ist allerdings, dass ich sehr wohl für mich selbst blogge. Aus Therapiezwecken. Wie bereits erwähnt. Nur diesmal aus dringlicheren Gründen.

Ich habe es direkt am ersten Tag meines Praktikums ins amerikanische Fernsehen geschafft und war fest davon überzeugt, dass meinem Weg nach Hollywood jetzt nichts mehr im Wege steht. Fast nichts.

Wie alles begann...

Tja, ich würde an dieser Stelle zu gerne ausführlichst von meinem Praktikum berichten, allerdings ist es mir verboten darüber zu bloggen...uuups.
Paranoia ist eine ziemlich amerikanische Krankheit. Terrorismus, Schweinegrippe, Drogen, Schnee, bloggende Praktikanten. Das kann einem schon Angst machen.

Um es kurz zu fassen:

Nach 1 1/2 Wochen habe ich ein Login zu den Computern bekommen. Um es dann gleich am nächsten Tag zu Hause zu vergessen.

Die Anzahl der Stunden, die ich während der Arbeitszeit bei FB zubringe, hat sich von 6 Stunden am ersten Tag auf 0 Stunden am Ende der Woche reduziert (hatte auch ein bisschen damit zu tun, dass ich mein Login zu Hause vergessen habe), um Montag wieder bei 6 anzufangen.

Ich habe gelernt wie man das Telefon bedient - Was dazu führt, dass ich jetzt abnehmen muss wenn es klingelt, was entweder ein Horror ist weil dumme Leute dran sind, die sich über irgendwas beschweren wollen, oder schlimmer, Leute, die zum Sender gehören und nicht kapieren, dass ich sie nicht kenne und auch nicht die Person mit der sie eigentlich sprechen wollen. So oder so, ich versteh am Telefon eh immer nur die Hälfte.

Ich war schon paarmal mit Reportern draußen.
Ich war im Kontrollraum während der Aufzeichnung.
Ich hab gelernt wie man die Webseite mit Inhalt füttert.
Ich hab Videos für die Webseite geschnitten.

Ich hab ein paar eigene kleine Stories geschrieben. (O-Ton: Oh, I got a little writer here. She's gonna break my heart when she's leaving because she's already so good! Reaktion: Trotzdem alles umgeschrieben. Weils zu gut war natürlich.)

Klarer Aufwärtstrend erkennbar.
Fazit: solange ich was zu tun habe macht es echt Spass und ich habe immernoch Hoffnung auf Wechsel von der Sinus- zur linear positiv steigenden Kurve.

Meine persönlichen Highlights bisher:

3. Ein kompletter Satz mit meinen Worten im amerikanischen Fernsehen.

2. Mein Kopf im amerikanischen Fernsehen:

Die Newsshows werden live ausgestrahlt und es gibt eine Position, in der die Nachrichtensprecher im Studio mit dem Rücken zum Newsroom sitzen und die Kamera dadurch den Newsroom samt Leuten im Hintergrund zeigt. Als ich das gecheckt habe, habe ich mich doch gleich mal entsprechend positioniert an meinem Platz und ein bisschen rumgehampelt und konnte mich tatsächlich gleichzeitig live on air sehen. Ein bisschen kindisch vielleicht aber wie alle wissen war ich ja schon immer ziemlich kamerageil.

1. GHOSTBUSTER!!!

Als mich mein Lieblingsreporter Scott zum zweiten Mal mit zu einer Story genommen hat, sind wir zu einer alten Druckerei gefahren in deren 3. Stock ein Geist wohnt.
Da die Arbeiter in der Druckerei den Geist aber nicht so gerne mögen, weil er Krach macht, haben sie die Geisterjäger gerufen- auch: the northern kentucky paranormal society genannt, falls irgendjemand das googeln möchte - damit die ihren Mitbewohner jagen.
Da muss das Fernsehen natürlich live dabei sein!
Wir wagen uns also zusammen mit den Ghostbustern auf den dreckigen, dunklen und vor allem auseinanderfallenden Dachboden der Druckerei.
Ich konnte ehrlichgesagt schon in den ersten 2 Minuten erklären warum von da oben Geräusche kommen aber ich wollte lieber niemanden mit meinen banalen weltlichen Vermutungen belästigen.
Naja, die 3 Experten haben uns dann lang und breit ihre hochwissenschaftliche Herangehensweise erklärt und auch demonstriert. Mit ihren vermutlich selbstgebastelten Detektoren (unter anderem grüne Laserpointer, die eine nette Diskoatmosphäre schaffen) haben sie den armen Geist dann erst geortet - direkt zwischen uns - und dann Kontakt aufgenommen.
Warum der Geistdetektor, der angeblich das elektromagnetische Feld der Geister erkennt, bei der Kamera, die wohl das größte elektromagnetische Feld hat mit der das Ding jemals in Berührung gekommen ist, nicht anschlägt, konnte leider keiner erklären.
Seltsam. Am Ende hat der Geist dann sogar mit uns gesprochen.
Durch das Kontaktgerät, das wohl durch sämtliche Radiokanäle scannt, hat er uns nach 5 maliger Aufforderung irgendwelche Namen zu sagen, dann endlich erlöst und ein verzerrtes "Mike" von sich gegeben. Ich war tief berührt.
Das war definitiv eine wertvolle Übung für meine Selbstbeherrschung! Selten so gelacht!!!

Ich lebe jetzt übrigens nicht nur in einem Ghostcastle, ich arbeite auch in einem:



Und hier der Blick vom Sender über die Stadt:



Ich habe immernoch nicht erklärt warum ich abgesehen vom Praktikantenwahnsinn eine Therapie brauche und warum ich glaube, dass sich auf meinem Weg nach Hollywood noch ein paar Steinchen befinden?

Vermutlich weil jetzt Montag Nacht, 1.54 Uhr ist und ich am Donnerstag mein erstes Videoprojekt abgeben muss. Wäre soweit kein Problem, wenn ich nicht schon zwei mal den Dreh versaut hätte. Da ich Mittwoch arbeite bedeutet das: morgen um 8 wird die Kamera abgeholt (trotz erneut angekündigtem Schneesturm), dann wird diesmal hoffentlich erfolgreich gedreht, eine DVD mit Timecodes gebrannt, eine Shotlist geschrieben, das Material digitalisiert, mit Musik geschnitten, die Master-DVD gebrannt und die Finale Shotlist mit Bericht geschrieben und ausgedruckt.
Was mich davor bewahrt vollkommen zu verzweifeln: der feste Glaube daran, dass Stevenie Spielberg Superstar das Kind schon schaukeln wird, die Überzeugung, dass aller guten Dinge 3 sind und liebenswerte Mitbewohner und Freunde, die sich zwar köstlichst auf meine Kosten amüsieren (Stevenie Spielberg ist leider nicht auf meinem Mist gewachsen) mich morgen aber hoffentlich tatkräftig unterstützen werden.

Gute Nacht uuuuund: Action!

Montag, 11. Januar 2010

This is for Jo... und: keine Macht den Drogen!

This post is for Jo. You just appear in the end but have fun translating...

Es gibt Tage, an denen lernt man eine ganze Menge.

Montag war so ein Tag. Was ich gelernt habe:

1. Vertraue niemand, der hinter dem Steuer eines Busses sitzt!

Das habe ich zwar eigentlich schon in frühester Jugend gelernt, als mein komplettes Leben von Bussen abhängig war, aber in den 2 Jahren München habe ich meinen Hass auf Busse und besonders deren Fahrer schon fast wieder verdrängt.

2. Keine vorschnellen Urteile wegen Äußerlichkeiten!

Alte, schrumpelige, kettenrauchende Männer ohne Zähne können die nettesten und hilfsbereitesten Menschen der Welt sein.
Und auch wenn ich scheinbar aussehe wie ein Junkie, habe ich doch ein negatives Testergebnis.

3. Drogentests sind nicht so aufregend wie es klingt.

Auch wenn ein Drogentest sicher nicht unter den Top 10 auf der TO-DO-Liste für mein Leben war, kann ich jetzt zumindest Nummer 83 geruhsam streichen.

4. Wenn du dich bei Dunkelheit in der Middle of Nowhere befindest und keine Ahnung hast ob oder wann der nächste Bus kommt, scheint das IPhone plötzlich keine ganz so blöde Erfindung mehr zu sein.

Der Reihe nach...

Eigentlich hätte am 4.1. mein Praktikum im Newsroom eines lokalen TV-Senders hier beginnen sollen. Eigentlich. In der Woche zuvor bekomme ich eine Email, die mir sagt, dass es erst noch ein paar Formalia und einen Drogentest zu bewältigen gibt. Drogentests scheinen in Amerika nicht unüblich zu sein, auch wenn mir von Freunden gesagt wurde, dass das normalerweise nur von Leuten gefordert wird, bei denen ein positives Ergebnis erwartet wird...ähm...ja. Vielleicht sollte ich mir mal wieder den Pony schneiden. Oder vielleicht hätte ich mal erwähnen sollen, dass ich immer Augenringe habe.
An besagtem 4.1. bekomme ich einen Anruf von einer Frau, die mir verspricht, mir am selben Tag noch alle nötigen Informationen zukommen zu lassen. Als dann Mittwoch immernoch nichts da ist, wage ich es anzurufen. Nach 3 Versuchen habe ich sie endlich am Apparat. Zumindest für 30 Sekunden. Sie meint sie ruft mich zurück. Nach 3 Stunden komme ich schließlich zu dem Schluss, dass sie mich wohl vergessen hat und rufe nochmal an. Ziemlich angepisst erklärt sie mir, dass sie jetzt gerade mit dem für Donnerstag angekündigten Schneesturm beschäftigt ist.

Exkurs Schneesturm: schon ein Tag vor dem angekündigten Schnee liefen auf sämtlichen Sendern Countdowns zum Schnee und regelmäßige Updates welche Schulen geschlossen werden (das alles ohne eine einzige Schneeflocke). Als es dann am Donnerstag tatsächlich geschneit hat (ohne Wind und Sturm und meiner Meinung nach auch nicht übermäßig viel) ist hier einfach keiner mehr zur Arbeit gegangen. Schulen wurden komplett geschlossen, Unikurse abgesagt, kein Mensch in den Büros. Am Freitag das selbe.

Am Montag habe ich dann endlich Bescheid bekommen, dass ich jetzt innerhalb von 24h den Test machen muss. Ich mache mich also auf den Weg ans Ende der Welt (man kann ja keines der unzähligen Krankenhäuser in der Innenstadt oder Unigegend nehmen), zeige der Busfahrerin meine Haltestelle und bitte sie mir Bescheid zu geben, wenn wir dort sind. Tut sie. Leider an der falschen Haltestelle. Nachdem ich dort dann erstmal etwas verloren herumgeirrt bin habe ich festgestellt, dass ich komplett falsch bin und bin zurück zur Haltestelle, wo ein äußerst netter Herr ohne Zähne ein bisschen mit mir über die blöde Busfahrerin geschimpft hat, um dann den nächsten Busfahrer vehement darauf hinzuweisen, dass er mich gefälligst zur richtigen Haltestelle zu bringen hat. Sehr süß!

Exkurs Cincinnati Bussystem: Die meisten Haltestellen haben keine richtigen Namen, nur Straßenkreuzungen als Beschreibung. Die Haltestellen werden meistens nicht angesagt oder gezeigt. Die Bushaltestellen bestehen aus einem Schild, dass die haltenden Linien zeigt. Kein Name, keine Bänke, keine Überdachung, keine Anzeige, keine Fahrpläne, keine Straßenpläne. Nix. Man sollte also besser genau wissen wo man hin will!
Und wenn man das nicht so genau weiss, sollte man besser keine Löcher in den Socken haben, die machen sich nämlich bemerkbar, wenn man ne halbe Stunde bei Minusgraden auf den nächsten Bus wartet. (Jaja, ich weiss Mama. Aber alle meine Socken haben Löcher...)
Engelsgeduld und ne positive Einstellung zum Leben sind auch hilfreich. Und wenns dunkel wird, sollte man besser nicht an die Kriminalitätsrate denken.

Naja. Letztendlich hab ichs überlebt. Und sogar schon die Bestätigung dass der Test negativ ist... (ich hätte ja zu gerne das Testergebnis von dem Typen vor mir erfahren) um dann gestern zu erfahren, dass ich noch einen offiziellen Wisch von der Uni brauche um anzufangen. Hätte man ja nicht früher mal erwähnen können... ich Organisationstalent habe entsprechenden Wisch innerhalb eines Tages besorgt und dann verzweifelt versucht die Alte zu erreichen mit der ich meinen Anfangstermin abmachen muss. Nachdem mir um 10 gesagt wurde ich soll sie um 11 anrufen, wurde mir um 11 gesagt ich soll um 1 anrufen. Aller guten Dinge sind 3.

Sollte ich an irgendeiner Stelle damit angegeben haben, dass ich ganz ohne Aufwand ein Praktikum vermittelt bekommen habe, muss ich das an dieser Stelle wohl korrigieren. Nach meinem kleinen Hürdenlauf werde jetzt wohl kommenden Montag (2 Wochen nach dem ursprünglichen Termin!!) meinen ersten Arbeitstag haben.

Bloggen ist übrigens eine gute Therapie. Das Nichts-Zu-Tun-Haben schlägt mir nämlich langsam aufs Gemüt (der eine Unikurs 2 mal die Woche reißts nicht wirklich raus). Ich bin wohl doch nicht zur Arbeitslosigkeit geeignet. Schade. Zum Glück habe ich meine Mitbewohner, die zumindest abends für lustige Ablenkung sorgen.

Letzten Freitag bin ich mit zwei Amifreunden und Ebian und Jo zum Nachtskifahren nach Indiana. Auch wenn das Skigebiet nicht gerade der Knaller war, hatten wir ne Menge Spass und sind bis fast 1 Uhr in der Nacht auf der Piste gewesen. Oh und übrigens: in Amerika wird scheinbar kein Alkohol bei den Skipisten verkauft. Nach erster Enttäuschung kam ich zu dem Schluss, dass das irgendwie Sinn macht.


Ich bin jetzt mal gespannt was für Abenteuer die amerikanische Fernsehwelt für mich bereit hält. Es bleibt jedenfalls spannend und Fortsetzung folgt... versprochen!

Freitag, 1. Januar 2010

Starting all over

Da isses, das neue Jahr.
Bisher sieht es noch ein bisschen trüb und wolkig aus aber wir wollen ja mal nicht vorschnell urteilen. Der Start in 2009 war ehrlichgesagt so übel, dass ich in den ersten 4 Wochen schon das komplette Jahr verflucht habe und dann hat sich doch noch alles gedreht.

Mein persönlicher Jahresrückblick:

Januar war beschissen.

Im Februar klarer Aufwärtstrend. Habe die Fernsehwelt entdeckt und damit zum ersten Mal eine Vorstellung davon bekommen was ich später ganz ungefähr mal mit meinem Leben anfangen will. Danke Storyhouse!

Der Sommer war vorallem geprägt von panischer Angst vor der amerikanischen Homeland Security und vor allen möglichen anderen Dingen, die mich auf der anderen Seite des Ozeans erwarten würden. Aber natürlich auch von durchtanzten Nächten und unzähligen Biergartenbesuchen und herrlichsten Sonnenbädern am Isarstrand. Danke München!

Naja und der Rest des Jahres... was soll ich sagen... awesome, dude! Danke Amerika!

Das größte Dankeschön geht an alle, die mich auch als abgedrehtes Nervenbündel noch mögen - oder zumindest so tun - und ohne die 2009 ganz bestimmt kein so tolles Jahr gewesen wäre! Danke!

Nach einem wunderschönen Weihnachtsbesuch in der Heimat, hab ich mich vor 4 Tagen wieder in den Flieger gesetzt.
An dieser Stelle möchte ich den vollkommen verblödeten Pseudoterroristen grüßen, der zwei Tage vor meinem Abflug gemeint hat es sei schon lange kein Flieger mehr gesprengt worden.

I hope someone really beats you up for that, my friend!!!

Dank dieser glorreichen Tat musste ich mich direkt bevor ich in den Flieger gestiegen bin einer Ganzkörperbetatschung unterziehen und durfte bei meinem 10 Stunden-Flug in der letzten Stunde vor Ankunft nicht mehr den Sitz verlassen. Zum Glück habe ich eine gute Blase!
Ich muss zugeben, dass es hätte schlimmer kommen können... meine neuen norwegischen Mitbewohner haben am Flughafen erfahren, dass sie kein Handgepäck mehr haben dürfen...

Zu meinen neuen Mitbewohnern.
Da sind zum einen Jin und Jun aus Korea. Jin ist ein Kerl und kann so gut wie garkein Englisch. Jun (ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich ihr Name ist aber ich hab sowas in der Art verstanden und ich kanns mir besser merken so) ist glaub ich schon etwas älter als wir und ist sicher nicht gerade für ihr Sonnenscheingemüt bekannt - sie macht mir ein bisschen Angst...
Der Rest ist Ebian aus Holland und Peter und Johannes aus Norwegen. Ich bin also praktisch alleine unter Jungs (Jun kann wirklich nicht als weibliche Unterstützung gezählt werden!!).
Ich mein ich hab ja wirklich nichts gegen Jungs, aber da gibt es eben diese Momente... gestern bei der Vorbereitung unseres Sylvesterdinners zum Beispiel. Es ist 6 Uhr, die Gäste sind auf 7 eingeladen, wir stehen alle in der Küche und irgendjemand fragt ob wir langsam mal mit Kochen anfangen sollen. Stille. Alle Augen sind erwartungsvoll auf mich gerichtet...



Sylvester war dann auch ein echt schöner Abend. Ganz entgegen all meiner Erwartungen und trotz meinen unzähligen Beschwerden darüber, dass ich dieses Jahr mit all meinen Traditionen brechen muss. Für gewöhnlich begrüße ich das neue Jahr nämlich mit einer Flasche Sekt auf der Straße, während ich mir das Feuerwerk anschaue. Zu blöd, dass weder das Trinken auf der Straße, noch Feuerwerk in Amerika erkaubt sind.
Außer meinen Mitbewohnern und mir waren noch ein Kerl aus Chile (dessen Namen ich vergessen habe) und Karolien und Tim aus Belgien und Pat aus USA zum großen Dinner da. Anschließend sind wir zu einer Party in einer Bar gegangen. Da ich nicht die Einzige war, die nicht auf den Neujahrssekt verzichten wollte, haben wir uns in irgendeiner dunklen Seitenstraße vor der Polizei versteckt und dort die Korken knallen lassen. Das war fast genauso cool wie Sekt mit Feuerwerk. Fast. Die Party und anschließende Afterparty zu Hause waren auch ziemlich cool und ich war heute morgen echt traurig als ich bemerkt habe, dass ich meine Happy-New-Years-Krone wohl irgendwo verloren haben muss.



Sonst ist vielleicht noch zu berichten, dass ich in ein neues Zimmer gezogen bin. Nach drei Monaten ists doch ganz nett mal wieder alleine zu schlafen. Mein neues Zimmer ist relativ klein aber es hat einen eigenen Balkon, ist in Sonnengelb gestrichen und mein Bett steht in einer kleinen Türmchenrundung mit großen Fenstern.



Ach ja, nächsten Montag hätte ich ja eigentlich mein Praktikum anfangen sollen, das wird jetzt leider verschoben, da ich vorher noch einen Drogentest machen muss! Well, we are in America!

In diesem Sinne: Willkommen in 2010!
Happy New Year everyone ... "let's hope it's a good one, without any fear"!!!

Freitag, 11. Dezember 2009

Float like a Butterfly - Sting like a Bee!

Es ist soweit. Mein letzter Abend in Cincinnati vor Weihnachten. Die Halbzeit ist da.

Freitag habe ich mein letztes Uniprojekt beendet und habe damit offiziell Weihnachtsferien jetzt!
Ich muss zugeben, dass die Uni letztendlich doch nicht so dramatisch war wie ichs anfangs befürchtet hatte. Mein liebstes Bruderherz wird jetzt die Augen verdrehen und den Kopf schütteln. Und ja, du hattest recht. Das Quarter war zwar anstrengend weil Hausaufgaben hier ganz groß geschrieben werden, so schwierig wie ich dachte wars dann aber natürlich doch nicht. Ich muss zugeben, dass ich sogar ein paar Streber-As abgesahnt habe :)
Wenn ich könnte würde ich die Uni zu Hause ganz gerne schmeißen und stattdessen das komplette Electronic Media Programm hier durchziehen. Schade, dass das so kurz vorm Bachelor irgendwie keinen Sinn mehr macht und mal abgesehen davon unbezahlbar ist.
Nächstes Quarter werde ich dann nur noch zwei Tage zur Uni gehen um einen Kurs zu belegen, in dem ich meine eigenen Kurzfilme produzieren kann und den Rest der Woche mache ich ein Praktikum im Newsroom von einem lokalen Fernsehsender in Cincinnnati. Hab mich dort schon vorgestellt und es klang zumindest so als ob ich ne Menge tolle Sachen machen darf... und die Redaktionsluft hat mich innerhalb von Minuten wieder angesteckt...

Trotz Uniendspurt hatte ich die letzten zwei Wochen zum Glück auch Zeit für die schönen Dinge des Lebens, also habe ich mich letzten Sonntag zum Beispiel mit Freunden aufgemacht nach Louisville, der Geburtsstadt von Muhammad Ali, um dort sein Museum zu besuchen. Das war ziemlich interessant auch wenn ich nach wie vor weder vom Boxsport noch davon, dass Muhammad Ali der beste Mensch der Welt ist, überzeugt bin.
Als wir auf unserem Weg dahin an einem Drive-Thru (ist mir erst neulich aufgefallen, dass das ja ganz falsch geschrieben wird) Halt gemacht haben, kam ein schwarzer Kerl (ich ignoriere an dieser Stelle mal alle politische Korrektheit und alle dunkelheutiger-amerikanischer-Bürger-afro-amerikanischer-Abstammung-Euphemismen) in einem Bananenkostüm an unser Autofenster.Er meinte: "I'm a rapping banana" und hat dann ca. 5 Minuten mit seinem Kopf in unserem Fenster gerappt und ist wieder abgezogen - ohne nach Geld zu fragen! Was soll ich dazu sagen... We are in America!
Das Museum war ganz interessant, Ali hat mich beim Schattenboxen allerdings gnadenlos mit einem Punch auf die Nase außer Gefecht gesetzt.



Ansonsten haben die letzten zwei Wochen aus ausgiebiger Feierei und der Jagd nach den perfekten Weihnachtsgeschenken und Mitbringseln bestanden... in meinem fast fertig gepackten Koffer befinden sich ungelogen gerade mal ein paar Schuhe und ca. 5 andere Kleidungsstücke. Der Rest ist gefüllt mit Oreos und Poptartes und ein paar Überraschungen...

Das Haus ist seit Freitag ziemlich leer, da sind fast alle auf einmal abgehauen. Ich weiss nicht wann ich das letzte mal so viele Abschiede an einem Tag hatte und trotz aller festen gegenseitigen Versprechen, dass wir uns bald besuchen kommen auf der ganzen Welt, ist es trotzdem ein komisches Gefühl Leuten mit denen man 3 Monate lang jeden Tag verbracht hat auf unbestimmte Zeit Tschüss zu sagen. So siehts übrigens aus wenn 3 Mädchen 6 Wochen in einem Raum wohnen...



Keine Ahnung wie viele Mülltüten ich heute aus meinem Zimmer geschleppt hab. Die Zahl war definitiv zweistellig!

Ja und jetzt ist es Sonntagabend und ich werde sentimental. Auf die 11 Stunden Flug morgen hab ich absolut keine Lust aber der Gedanke, dass die besten Eltern der Welt am Dienstag um 9 mit einer frischen Butterbrezel am Flughafen auf mich warten werden ist natürlich überwältigend!

Also bis ganz bald!

Montag, 30. November 2009

Thanksgiving bei Barack

In den letzten Tagen habe ich so viel erlebt, dass ich immernoch überwältigt bin und keine Ahnung habe wo ich anfangen soll zu erzählen. Am besten wohl am Anfang, wo auch immer der sein soll.

Unser (Thomas, Lisa, Toti, Claire & Me) Abenteuer Roadtrip hat genau genommen Mittwoch Mittag begonnen als wir fröhlich in ein Taxi gestiegen sind um uns zum Autoverleih fahren zu lassen. (Mit den Öffentlichen und Laufen und so is hier nicht...). So haben wir den wunderschönen Stadtteil Covington erkundet, wo sich in der 17th Street West unser Auto befinden sollte.

Hat jemand den Konjunktiv bemerkt und kann den Rest der Geschichte erahnen?

Also dieser Stadtteil von Cincinnati ist so schön, dass Toti als unser Taxifahrer in diesem gottverlassenen Industriegebiet auf einem Parkplatz wenden wollte, plötzlich ruft: "Please, don't leave us here! Please! Please!!!" Naja, eine halbe Stunde und ne Menge Dollars später haben wir dann alle eingesehen, dass weder die Adresse noch der Autoverleih existieren und der Taxifahrer meinte er kenne eine Filiale in der Innenstadt und ob er uns da hin bringen soll. Die Filiale die er meinte befand sich dann in der 7th Street West. Fällt jemand was auf??? Zu blöd für Toti (die die Adresse abgeschrieben hatte), dass mir was aufgefallen ist...

Als wir dann endlich in der Tiefgarage "unser" Auto abgholt haben, haben sich meine lieben Mitbewohner kaum noch eingekriegt. Ein roter Dodge Charger. Nicht, dass mir das vorher irgendwas gesagt hätte aber das Auto war Luxus pur!

Zitat Claire: "This is quite a proper car!"

Nachdem wir natürlich viel zu spät gestartet sind und direkt noch in Cincinnati unseren ersten Stop bei Wendys eingelegt haben, haben wir beschlossen die 10 Stunden Fahrt in einer Nacht durchzuziehen. Letztlich haben wir dann um 2 Uhr nachts, ca. 2 Stunden vor Washington in einem Motel eingecheckt und sind am nächsten Morgen los in die Hauptstadt.

Washington ist wunderschön und unglaublich beeindruckend!
Innenstadt, FBI Headquarter, Capitol, Obelisk, Air&Space Museum, Lincoln und World War 2 Memorial und das vermeintliche weisse Haus haben wir am Donnerstag geschafft... wir waren ein bisschen enttäuscht von den Obamas weil sie uns A nicht zum Thanksgiving Dinner eingeladen haben und B ein Partyzelt den Blick auf ihr Haus versperrt hat (wie sich dann Samstag herausgestellt hat, waren wir auf der falschen Seite)...
Die Krönung des Tages war eindeutig das Thanksgiving Dinner bei Hooters!



Ach und nicht zu vergessen: In der ersten Nacht war erstmal Feueralarm angesagt. Als wir alle in Schlafanzug mit Winterjacke und unseren wichtigsten Habseligkeiten abbrennbereit das Zimmer verlassen wollen, ist der ganze Spass auch schon wieder vorbei und ich musste doch schwer an meine liebsten Helsinkier Lena und Caro denken (Fühlt euch an dieser Stelle ganz herzlichs gegrüßt und vollstens verstanden, ihr Schätzeleins)!

Am Freitag sind wir natürlich wieder viel zu spät nach Philadelphia aufgebrochen und sind trotz der ca. 30 Google Maps, die ich unter Einsatz meines Lebens (und meines guten Rufs) ausgedruckt hatte (hab dafür nur 27 Minuten lang den Drucker im Computerraum blockiert), ca. 5 Mal im Kreis gefahren bis wir den richtigen Highway gefunden haben. In Philly war unser erster Stop das Museum vor dem die berühmte Rocky-Szene spielt.



Auf dem Weg in die Innenstadt sind wir zufällig am Benjamin Franklin Museum vorbei gefahren wo momentan "Körperwelten" von Gunther von Hagen ausgestellt wird. (Die Ausstellung mit den echten präparierten Toten, falls euch der Name nichts sagt). Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Ausstellung war super interessant und überhaupt nicht so schrecklich wie ich es erwartet hatte. Entsetzlich waren nur die ausgestellten Fötusse und die Frau mit dem Baby im Bauch. Alles andere war relativ harmlos. Und mit einem traditionellen "Philly Cheesesteak" im Bauch eigentlich ganz gut zu ertragen.



Da es danach für eine Besichtigung der Liberty Bell leider schon zu spät war sind wir noch über einen (deutschen) Weihnachtsmarkt geschlendert, wo eine Verkäuferin Claire davon überzeugen wollte, dass alle Deutschen Räuchermännchen zu Hause haben. Als ich widersprochen habe hat sie versichert, dass das ganz sicher sei: "wirklich alle!!!" Ich hab mich ja ziemlich geschmeichelt gefühlt, dass sie offensichtlich meinen deutschen Akzent nicht gehört hat aber ich konnte mir trotzdem nicht verkneifen sie über meine Herkunft aufzuklären... peinlich, peinlich.

Kurze Umfrage: Wer von euch hat ein Räuchermännchen zu Hause? Ich nicht!
(Ich hab ne Pyramide, hahaha)

Unseren zweiten Tag Washington haben wir mit dem Arlington Friedhof und Kennedys Grab begonnen. Ziemlich beeindruckend und sehr schöne Anlage. Danach waren wir beim Pentagon, wo wir verbotenerweise auf einem Parkplatz ca. 500 Meter vom Gebäude entfernt geparkt haben um das Memorial zu besuchen. Wir wurden nicht erschossen. Gefährlicher schien mir dagegen der Scharfschütze auf dem Weissen Haus oder der Kukluxklan-Typ davor. Unser letzter Sightseeing Stop waren die National Archives, wo die Originale der Verfassung, der Bill of Rights und der Unabhängigkeitserklärung ausgestellt sind. Die Bilder davon sind leider eher bescheiden geworden. Insgesamt habe ich übrigens ca. 500 Bilder gemacht... von jedem Scheiss sozusagen.

- Tut mir Leid aber irgendwie ist mir heute nach unpassenden Bemerkungen (falls jemand die Steak-Tote Körper-Bemerkung unpassend fand). Das Gute an meinem Blog ist allerdings, dass es mein Blog ist! -



Am Abend haben wir uns ein NBA Spiel angesehen. Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so viel Sport in so kurzer Zeit gesehen. Das gute an Basketball ist, dass die Regeln nicht so kompliziert sind wie beim Football und die Spieler nicht so fett und hässlich wie beim Baseball. Trotzdem hats mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Zu unbrutal. Da wird mir doch bewusst, dass der gute deutsche Fussball wohl doch mein Favourite bleibt.

Bei schönstem Sonenschein haben wir uns dann am Sonntag 10 Stunden durch den Thanksgiving-Rückreise-Verkehr gekämpft und sind nach einem letzten glücklichen Stop bei Waffle House vollkommen tot in unsere Betten gefallen.

Ein perfekter Roadtrip! Besser hätte der beste Truthahn nicht sein können!