Montag, 11. Januar 2010

This is for Jo... und: keine Macht den Drogen!

This post is for Jo. You just appear in the end but have fun translating...

Es gibt Tage, an denen lernt man eine ganze Menge.

Montag war so ein Tag. Was ich gelernt habe:

1. Vertraue niemand, der hinter dem Steuer eines Busses sitzt!

Das habe ich zwar eigentlich schon in frühester Jugend gelernt, als mein komplettes Leben von Bussen abhängig war, aber in den 2 Jahren München habe ich meinen Hass auf Busse und besonders deren Fahrer schon fast wieder verdrängt.

2. Keine vorschnellen Urteile wegen Äußerlichkeiten!

Alte, schrumpelige, kettenrauchende Männer ohne Zähne können die nettesten und hilfsbereitesten Menschen der Welt sein.
Und auch wenn ich scheinbar aussehe wie ein Junkie, habe ich doch ein negatives Testergebnis.

3. Drogentests sind nicht so aufregend wie es klingt.

Auch wenn ein Drogentest sicher nicht unter den Top 10 auf der TO-DO-Liste für mein Leben war, kann ich jetzt zumindest Nummer 83 geruhsam streichen.

4. Wenn du dich bei Dunkelheit in der Middle of Nowhere befindest und keine Ahnung hast ob oder wann der nächste Bus kommt, scheint das IPhone plötzlich keine ganz so blöde Erfindung mehr zu sein.

Der Reihe nach...

Eigentlich hätte am 4.1. mein Praktikum im Newsroom eines lokalen TV-Senders hier beginnen sollen. Eigentlich. In der Woche zuvor bekomme ich eine Email, die mir sagt, dass es erst noch ein paar Formalia und einen Drogentest zu bewältigen gibt. Drogentests scheinen in Amerika nicht unüblich zu sein, auch wenn mir von Freunden gesagt wurde, dass das normalerweise nur von Leuten gefordert wird, bei denen ein positives Ergebnis erwartet wird...ähm...ja. Vielleicht sollte ich mir mal wieder den Pony schneiden. Oder vielleicht hätte ich mal erwähnen sollen, dass ich immer Augenringe habe.
An besagtem 4.1. bekomme ich einen Anruf von einer Frau, die mir verspricht, mir am selben Tag noch alle nötigen Informationen zukommen zu lassen. Als dann Mittwoch immernoch nichts da ist, wage ich es anzurufen. Nach 3 Versuchen habe ich sie endlich am Apparat. Zumindest für 30 Sekunden. Sie meint sie ruft mich zurück. Nach 3 Stunden komme ich schließlich zu dem Schluss, dass sie mich wohl vergessen hat und rufe nochmal an. Ziemlich angepisst erklärt sie mir, dass sie jetzt gerade mit dem für Donnerstag angekündigten Schneesturm beschäftigt ist.

Exkurs Schneesturm: schon ein Tag vor dem angekündigten Schnee liefen auf sämtlichen Sendern Countdowns zum Schnee und regelmäßige Updates welche Schulen geschlossen werden (das alles ohne eine einzige Schneeflocke). Als es dann am Donnerstag tatsächlich geschneit hat (ohne Wind und Sturm und meiner Meinung nach auch nicht übermäßig viel) ist hier einfach keiner mehr zur Arbeit gegangen. Schulen wurden komplett geschlossen, Unikurse abgesagt, kein Mensch in den Büros. Am Freitag das selbe.

Am Montag habe ich dann endlich Bescheid bekommen, dass ich jetzt innerhalb von 24h den Test machen muss. Ich mache mich also auf den Weg ans Ende der Welt (man kann ja keines der unzähligen Krankenhäuser in der Innenstadt oder Unigegend nehmen), zeige der Busfahrerin meine Haltestelle und bitte sie mir Bescheid zu geben, wenn wir dort sind. Tut sie. Leider an der falschen Haltestelle. Nachdem ich dort dann erstmal etwas verloren herumgeirrt bin habe ich festgestellt, dass ich komplett falsch bin und bin zurück zur Haltestelle, wo ein äußerst netter Herr ohne Zähne ein bisschen mit mir über die blöde Busfahrerin geschimpft hat, um dann den nächsten Busfahrer vehement darauf hinzuweisen, dass er mich gefälligst zur richtigen Haltestelle zu bringen hat. Sehr süß!

Exkurs Cincinnati Bussystem: Die meisten Haltestellen haben keine richtigen Namen, nur Straßenkreuzungen als Beschreibung. Die Haltestellen werden meistens nicht angesagt oder gezeigt. Die Bushaltestellen bestehen aus einem Schild, dass die haltenden Linien zeigt. Kein Name, keine Bänke, keine Überdachung, keine Anzeige, keine Fahrpläne, keine Straßenpläne. Nix. Man sollte also besser genau wissen wo man hin will!
Und wenn man das nicht so genau weiss, sollte man besser keine Löcher in den Socken haben, die machen sich nämlich bemerkbar, wenn man ne halbe Stunde bei Minusgraden auf den nächsten Bus wartet. (Jaja, ich weiss Mama. Aber alle meine Socken haben Löcher...)
Engelsgeduld und ne positive Einstellung zum Leben sind auch hilfreich. Und wenns dunkel wird, sollte man besser nicht an die Kriminalitätsrate denken.

Naja. Letztendlich hab ichs überlebt. Und sogar schon die Bestätigung dass der Test negativ ist... (ich hätte ja zu gerne das Testergebnis von dem Typen vor mir erfahren) um dann gestern zu erfahren, dass ich noch einen offiziellen Wisch von der Uni brauche um anzufangen. Hätte man ja nicht früher mal erwähnen können... ich Organisationstalent habe entsprechenden Wisch innerhalb eines Tages besorgt und dann verzweifelt versucht die Alte zu erreichen mit der ich meinen Anfangstermin abmachen muss. Nachdem mir um 10 gesagt wurde ich soll sie um 11 anrufen, wurde mir um 11 gesagt ich soll um 1 anrufen. Aller guten Dinge sind 3.

Sollte ich an irgendeiner Stelle damit angegeben haben, dass ich ganz ohne Aufwand ein Praktikum vermittelt bekommen habe, muss ich das an dieser Stelle wohl korrigieren. Nach meinem kleinen Hürdenlauf werde jetzt wohl kommenden Montag (2 Wochen nach dem ursprünglichen Termin!!) meinen ersten Arbeitstag haben.

Bloggen ist übrigens eine gute Therapie. Das Nichts-Zu-Tun-Haben schlägt mir nämlich langsam aufs Gemüt (der eine Unikurs 2 mal die Woche reißts nicht wirklich raus). Ich bin wohl doch nicht zur Arbeitslosigkeit geeignet. Schade. Zum Glück habe ich meine Mitbewohner, die zumindest abends für lustige Ablenkung sorgen.

Letzten Freitag bin ich mit zwei Amifreunden und Ebian und Jo zum Nachtskifahren nach Indiana. Auch wenn das Skigebiet nicht gerade der Knaller war, hatten wir ne Menge Spass und sind bis fast 1 Uhr in der Nacht auf der Piste gewesen. Oh und übrigens: in Amerika wird scheinbar kein Alkohol bei den Skipisten verkauft. Nach erster Enttäuschung kam ich zu dem Schluss, dass das irgendwie Sinn macht.


Ich bin jetzt mal gespannt was für Abenteuer die amerikanische Fernsehwelt für mich bereit hält. Es bleibt jedenfalls spannend und Fortsetzung folgt... versprochen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen