Freitag, 11. Dezember 2009

Float like a Butterfly - Sting like a Bee!

Es ist soweit. Mein letzter Abend in Cincinnati vor Weihnachten. Die Halbzeit ist da.

Freitag habe ich mein letztes Uniprojekt beendet und habe damit offiziell Weihnachtsferien jetzt!
Ich muss zugeben, dass die Uni letztendlich doch nicht so dramatisch war wie ichs anfangs befürchtet hatte. Mein liebstes Bruderherz wird jetzt die Augen verdrehen und den Kopf schütteln. Und ja, du hattest recht. Das Quarter war zwar anstrengend weil Hausaufgaben hier ganz groß geschrieben werden, so schwierig wie ich dachte wars dann aber natürlich doch nicht. Ich muss zugeben, dass ich sogar ein paar Streber-As abgesahnt habe :)
Wenn ich könnte würde ich die Uni zu Hause ganz gerne schmeißen und stattdessen das komplette Electronic Media Programm hier durchziehen. Schade, dass das so kurz vorm Bachelor irgendwie keinen Sinn mehr macht und mal abgesehen davon unbezahlbar ist.
Nächstes Quarter werde ich dann nur noch zwei Tage zur Uni gehen um einen Kurs zu belegen, in dem ich meine eigenen Kurzfilme produzieren kann und den Rest der Woche mache ich ein Praktikum im Newsroom von einem lokalen Fernsehsender in Cincinnnati. Hab mich dort schon vorgestellt und es klang zumindest so als ob ich ne Menge tolle Sachen machen darf... und die Redaktionsluft hat mich innerhalb von Minuten wieder angesteckt...

Trotz Uniendspurt hatte ich die letzten zwei Wochen zum Glück auch Zeit für die schönen Dinge des Lebens, also habe ich mich letzten Sonntag zum Beispiel mit Freunden aufgemacht nach Louisville, der Geburtsstadt von Muhammad Ali, um dort sein Museum zu besuchen. Das war ziemlich interessant auch wenn ich nach wie vor weder vom Boxsport noch davon, dass Muhammad Ali der beste Mensch der Welt ist, überzeugt bin.
Als wir auf unserem Weg dahin an einem Drive-Thru (ist mir erst neulich aufgefallen, dass das ja ganz falsch geschrieben wird) Halt gemacht haben, kam ein schwarzer Kerl (ich ignoriere an dieser Stelle mal alle politische Korrektheit und alle dunkelheutiger-amerikanischer-Bürger-afro-amerikanischer-Abstammung-Euphemismen) in einem Bananenkostüm an unser Autofenster.Er meinte: "I'm a rapping banana" und hat dann ca. 5 Minuten mit seinem Kopf in unserem Fenster gerappt und ist wieder abgezogen - ohne nach Geld zu fragen! Was soll ich dazu sagen... We are in America!
Das Museum war ganz interessant, Ali hat mich beim Schattenboxen allerdings gnadenlos mit einem Punch auf die Nase außer Gefecht gesetzt.



Ansonsten haben die letzten zwei Wochen aus ausgiebiger Feierei und der Jagd nach den perfekten Weihnachtsgeschenken und Mitbringseln bestanden... in meinem fast fertig gepackten Koffer befinden sich ungelogen gerade mal ein paar Schuhe und ca. 5 andere Kleidungsstücke. Der Rest ist gefüllt mit Oreos und Poptartes und ein paar Überraschungen...

Das Haus ist seit Freitag ziemlich leer, da sind fast alle auf einmal abgehauen. Ich weiss nicht wann ich das letzte mal so viele Abschiede an einem Tag hatte und trotz aller festen gegenseitigen Versprechen, dass wir uns bald besuchen kommen auf der ganzen Welt, ist es trotzdem ein komisches Gefühl Leuten mit denen man 3 Monate lang jeden Tag verbracht hat auf unbestimmte Zeit Tschüss zu sagen. So siehts übrigens aus wenn 3 Mädchen 6 Wochen in einem Raum wohnen...



Keine Ahnung wie viele Mülltüten ich heute aus meinem Zimmer geschleppt hab. Die Zahl war definitiv zweistellig!

Ja und jetzt ist es Sonntagabend und ich werde sentimental. Auf die 11 Stunden Flug morgen hab ich absolut keine Lust aber der Gedanke, dass die besten Eltern der Welt am Dienstag um 9 mit einer frischen Butterbrezel am Flughafen auf mich warten werden ist natürlich überwältigend!

Also bis ganz bald!

Montag, 30. November 2009

Thanksgiving bei Barack

In den letzten Tagen habe ich so viel erlebt, dass ich immernoch überwältigt bin und keine Ahnung habe wo ich anfangen soll zu erzählen. Am besten wohl am Anfang, wo auch immer der sein soll.

Unser (Thomas, Lisa, Toti, Claire & Me) Abenteuer Roadtrip hat genau genommen Mittwoch Mittag begonnen als wir fröhlich in ein Taxi gestiegen sind um uns zum Autoverleih fahren zu lassen. (Mit den Öffentlichen und Laufen und so is hier nicht...). So haben wir den wunderschönen Stadtteil Covington erkundet, wo sich in der 17th Street West unser Auto befinden sollte.

Hat jemand den Konjunktiv bemerkt und kann den Rest der Geschichte erahnen?

Also dieser Stadtteil von Cincinnati ist so schön, dass Toti als unser Taxifahrer in diesem gottverlassenen Industriegebiet auf einem Parkplatz wenden wollte, plötzlich ruft: "Please, don't leave us here! Please! Please!!!" Naja, eine halbe Stunde und ne Menge Dollars später haben wir dann alle eingesehen, dass weder die Adresse noch der Autoverleih existieren und der Taxifahrer meinte er kenne eine Filiale in der Innenstadt und ob er uns da hin bringen soll. Die Filiale die er meinte befand sich dann in der 7th Street West. Fällt jemand was auf??? Zu blöd für Toti (die die Adresse abgeschrieben hatte), dass mir was aufgefallen ist...

Als wir dann endlich in der Tiefgarage "unser" Auto abgholt haben, haben sich meine lieben Mitbewohner kaum noch eingekriegt. Ein roter Dodge Charger. Nicht, dass mir das vorher irgendwas gesagt hätte aber das Auto war Luxus pur!

Zitat Claire: "This is quite a proper car!"

Nachdem wir natürlich viel zu spät gestartet sind und direkt noch in Cincinnati unseren ersten Stop bei Wendys eingelegt haben, haben wir beschlossen die 10 Stunden Fahrt in einer Nacht durchzuziehen. Letztlich haben wir dann um 2 Uhr nachts, ca. 2 Stunden vor Washington in einem Motel eingecheckt und sind am nächsten Morgen los in die Hauptstadt.

Washington ist wunderschön und unglaublich beeindruckend!
Innenstadt, FBI Headquarter, Capitol, Obelisk, Air&Space Museum, Lincoln und World War 2 Memorial und das vermeintliche weisse Haus haben wir am Donnerstag geschafft... wir waren ein bisschen enttäuscht von den Obamas weil sie uns A nicht zum Thanksgiving Dinner eingeladen haben und B ein Partyzelt den Blick auf ihr Haus versperrt hat (wie sich dann Samstag herausgestellt hat, waren wir auf der falschen Seite)...
Die Krönung des Tages war eindeutig das Thanksgiving Dinner bei Hooters!



Ach und nicht zu vergessen: In der ersten Nacht war erstmal Feueralarm angesagt. Als wir alle in Schlafanzug mit Winterjacke und unseren wichtigsten Habseligkeiten abbrennbereit das Zimmer verlassen wollen, ist der ganze Spass auch schon wieder vorbei und ich musste doch schwer an meine liebsten Helsinkier Lena und Caro denken (Fühlt euch an dieser Stelle ganz herzlichs gegrüßt und vollstens verstanden, ihr Schätzeleins)!

Am Freitag sind wir natürlich wieder viel zu spät nach Philadelphia aufgebrochen und sind trotz der ca. 30 Google Maps, die ich unter Einsatz meines Lebens (und meines guten Rufs) ausgedruckt hatte (hab dafür nur 27 Minuten lang den Drucker im Computerraum blockiert), ca. 5 Mal im Kreis gefahren bis wir den richtigen Highway gefunden haben. In Philly war unser erster Stop das Museum vor dem die berühmte Rocky-Szene spielt.



Auf dem Weg in die Innenstadt sind wir zufällig am Benjamin Franklin Museum vorbei gefahren wo momentan "Körperwelten" von Gunther von Hagen ausgestellt wird. (Die Ausstellung mit den echten präparierten Toten, falls euch der Name nichts sagt). Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Ausstellung war super interessant und überhaupt nicht so schrecklich wie ich es erwartet hatte. Entsetzlich waren nur die ausgestellten Fötusse und die Frau mit dem Baby im Bauch. Alles andere war relativ harmlos. Und mit einem traditionellen "Philly Cheesesteak" im Bauch eigentlich ganz gut zu ertragen.



Da es danach für eine Besichtigung der Liberty Bell leider schon zu spät war sind wir noch über einen (deutschen) Weihnachtsmarkt geschlendert, wo eine Verkäuferin Claire davon überzeugen wollte, dass alle Deutschen Räuchermännchen zu Hause haben. Als ich widersprochen habe hat sie versichert, dass das ganz sicher sei: "wirklich alle!!!" Ich hab mich ja ziemlich geschmeichelt gefühlt, dass sie offensichtlich meinen deutschen Akzent nicht gehört hat aber ich konnte mir trotzdem nicht verkneifen sie über meine Herkunft aufzuklären... peinlich, peinlich.

Kurze Umfrage: Wer von euch hat ein Räuchermännchen zu Hause? Ich nicht!
(Ich hab ne Pyramide, hahaha)

Unseren zweiten Tag Washington haben wir mit dem Arlington Friedhof und Kennedys Grab begonnen. Ziemlich beeindruckend und sehr schöne Anlage. Danach waren wir beim Pentagon, wo wir verbotenerweise auf einem Parkplatz ca. 500 Meter vom Gebäude entfernt geparkt haben um das Memorial zu besuchen. Wir wurden nicht erschossen. Gefährlicher schien mir dagegen der Scharfschütze auf dem Weissen Haus oder der Kukluxklan-Typ davor. Unser letzter Sightseeing Stop waren die National Archives, wo die Originale der Verfassung, der Bill of Rights und der Unabhängigkeitserklärung ausgestellt sind. Die Bilder davon sind leider eher bescheiden geworden. Insgesamt habe ich übrigens ca. 500 Bilder gemacht... von jedem Scheiss sozusagen.

- Tut mir Leid aber irgendwie ist mir heute nach unpassenden Bemerkungen (falls jemand die Steak-Tote Körper-Bemerkung unpassend fand). Das Gute an meinem Blog ist allerdings, dass es mein Blog ist! -



Am Abend haben wir uns ein NBA Spiel angesehen. Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so viel Sport in so kurzer Zeit gesehen. Das gute an Basketball ist, dass die Regeln nicht so kompliziert sind wie beim Football und die Spieler nicht so fett und hässlich wie beim Baseball. Trotzdem hats mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Zu unbrutal. Da wird mir doch bewusst, dass der gute deutsche Fussball wohl doch mein Favourite bleibt.

Bei schönstem Sonenschein haben wir uns dann am Sonntag 10 Stunden durch den Thanksgiving-Rückreise-Verkehr gekämpft und sind nach einem letzten glücklichen Stop bei Waffle House vollkommen tot in unsere Betten gefallen.

Ein perfekter Roadtrip! Besser hätte der beste Truthahn nicht sein können!

Freitag, 13. November 2009

10 Things I love about you... USA!

Es ist Freitag der 13. und bisher kann ich mich noch nicht über großes Pech beschweren.
Freitag der 13. November hat aber auch eine ganz spezielle Bedeutung für mich... ich bin jetzt seit genau 2 Monaten hier. Das ist unglaublich und vor allem erschreckend weil es bedeutet, dass in 4 Wochen schon Halbzeit ist und ich mich für zwei Wochen in der Heimat einfinden werde um Weihnachten mit meinen Liebsten zu verbringen.
Ich hoffe das nimmt mir niemand übel aber der Gedanke schon bald wieder nach Hause zu fliegen (auch wenns nicht für lange ist) löst im Moment vor allem die Angst aus, dass mein Abenteuer hier schneller vorbei sein wird als mir lieb ist...

Hier die Top 10 der Dinge, die ich ganz furchtbar vermissen werde:

10. Die Bag-Packer im Supermarkt

Als ich hier ankam war Einkaufen im Supermarkt erstmal eine echte Erfahrung. Zum einen weil amerikanische Supermärkte einfach komplett anders sind was die Lebensmittel und die Auswahl angeht und zum anderen weil man jedes Mal an der Kasse die lebenswichtige Entscheidung treffen muss, ob man seinen Einkauf lieber in Papier- oder Plastiktüten eingepackt bekommen möchte. Die Entscheidung hängt jeweils davon ab wie es um mein Umweltgewissen und meine Bequemlichkeit gerade steht... Anfangs habe ich mich echt unwohl dabei gefühlt, dass ich fremden Leuten dabei zusehe wie sie meine Sachen für mich einpacken. Inzwischen liebe ich einfach nur den Luxus, dass alles was ich zum Einkaufen dabei haben muss, meine Kreditkarte ist!
Hier wird übrigens alles alles alles mit Kreditkarte bezahlt, egal wo, egal welcher Betrag. Segen und Fluch sag ich da nur... Es ist sogar üblich, dass man wenn man in eine Bar geht, einfach mit der ersten Bestellung seine Kreditkarte abgibt und sie am Ende des Abends wieder abholt, wenn alles abgerechnet wird. So viel Vertrauen lässt meine deutsch-misstrauische Mentalität leider einfach nicht zu!
Das Trinkgeld-System habe ich bisher noch nicht wirklich kapiert. Ist irgendwie kompliziert und es ist jedes mal anders wie, wann und wieviel Trinkgeld man gibt.
Die Bag-Packer im Supermarkt kriegen jedenfalls ungerechterweise keines. Aber ich habe trotzdem aufgehört mich schlecht zu fühlen, weil mein Supermarkt um die Ecke inzwischen mein zweites zu Hause ist. Er ist nur eine Minute entfernt, was dazu führt, dass ich oft mehrmals täglich da bin um noch irgendwas schnell zu besorgen. Die Kassierer und Bag-Packer kennen mich und meine Mitbewohner inzwischen schon so gut, dass wir freudig auf Deutsch oder Französich begrüßt werden und auch angelächelt werden, wenn wir 2 Minuten vor Ladenschluss noch zur Kasse hetzen.

9. Die amerikanische Sprache

Meine Mitbewohnerin Claire aus London hat das süßeste British-English, das ich jemals gehört habe und trotzdem habe ich mich mit dem amerikanischen Akzent angefreundet!
In Cincinnati wird kein spezieller Slang gesprochen, so dass alle ziemlich gut verständlich sind für mich. Da meine Persönlichkeit eindeutig zu Übertreibung und Dramatisierung neigt, fühle ich mich rund um wohl damit alles als "amaaaaaazing" zu bezeichnen und Vorfälle mit "Oh my goooood! Holy Shit!" zu kommentieren. Was ich leider leider auch lernen musste ist, dass hier zwar informell alles fucking irgendwas ist, man das böse F-Wort aber lieber nicht in der Öffentlichkeit benutzt... tja... Mein Lieblingsausdruck No 1: "Awesome Dude!" (Wird von Amis nur gefühlte alle 5 Minuten verwendet)

(Claire ganz links, ich und Mollys abgeschnittener Kopf rechts)

8. Beer-Pong

Beer-Pong ist wohl das beliebteste amerikanische Trinkspiel. Auf jeder Party gibt es einen Beer-Pong-Tisch. Die Regeln hab ich ja glaub ich schonmal erklärt... Kurzfassung: man wirft PingPong Bälle in mit Bier gefüllte Plastikbecher auf der anderen Seite des Tisches. Wenn man trifft, muss der Gegner den Becher austrinken. Wer zuerst keine Becher mehr hat, hat verloren. Für alle, die über meine unglaubliche Ungeschicktheit und meinen Drang Becher eher fallen zu lassen, als sie auszutrinken, Bescheid wissen, mag das nach einem Spiel klingen, das nicht unbedingt für mich geschaffen ist... zu meiner eigenen ungeheuchelten Überraschung scheine ich allerdings echtes Talent zu haben! Es gibt Zeugen!

(Lisa und Adam beim Beer-Pong auf der 80er Party)

7. Die Eismaschine in meinem XXL-Kühlschrank

Unser Kühlschrank ist ein Mysterium! Dinge verschwinden (ganz oder auch nur zur Hälfte) und tauchen manchmal an ganz anderen Stellen wieder auf. Was mich aber am Meisten fasziniert - abgesehen davon, dass er größer ist als ich - ist, dass er Eis zaubern kann. Man muss nur seinen Becher in die Öffnung halten und sich zwischen Cubes und Crushed-Ice entscheiden und plopp, plopp, plopp, da isses! Eis gibts hier in jedem Nachfüll-Automat in den "Restaurants" und Amis trinken nichts ohne Eis, ausser Bier. Das Getränke-Nachfüllen for free gehört wohl auch zu den Dingen, die ich vermissen werde...

6. Curritos

Hier gibt es ungefähr so viele mexikanische Restaurants wie bei uns Dönerbuden. Meine mexikanische Zimmernachbarin - die mich dummerweise nächstes Quarter verlassen wird :( - schimpft immer kräftig, dass die Amerikaner die mexikanischen Gerichte falsch zubereiten und ihnen die falschen Namen geben. Nur mit einem Restaurant hat sie sich wirklich angefreundet: Curritos, 2 Minuten vom Campus entfernt. Dort gibt es die besten Burritos! Da wir diesen Platz zu unserer Pilgerstätte für Montags um 12 erkoren haben, habe ich inzwischen auch bis auf den Bankog-Burrito schon die ganze Karte durch.
Toti hat mich übrigens anhängig gemacht von mexikanischem Essen. Ich habe keine Ahnung wie ich in Zukunft ohne Burritos, Quesadillas, Enchiladas und Tacos leben soll!

5. Starbucks

Jaaaa, ich weiss, dass es auch in Deutschland Starbucks gibt aber das ist einfach nicht das selbe!!! Mein langweiligster Kurs hier ist "Communication in Organizations" (der einzige Kurs, der denen zu Hause ähnelt, kein gutes Zeichen...). Dummerweise habe ich diesen Kurs auch noch Dienstags von 18.30 bis 21 Uhr mit 5 Minuten Pause. Das ist kein Witz! Keine Ahnung was ich mir dabei gedacht habe. Der Professor ist ganz nett aber da er kein echter Professor ist, sondern aus der Praxis kommt und nur diesen einen Kurs gibt, hat er so viel Freude daran, dass er uns nieee früher gehen lässt, weil die Diskussionen ja so toll sind... tja, um den ganzen Spass irgendwie zu überleben renne ich jeden Dienstag um 5 vor Halb zu Starbucks um mich für die restlichen 2 1/2 Stunden an meinen Café Latte zu klammern.
Kurzum: Starbucks rettet mir das Leben - und das jeden Dienstag!


4. Greater's Icecream und Peanutbutter-Chocolate-Chip-Cookies

Dummerweise sind nicht nur Kino und Supermarkt 1 Minute von meiner Haustür entfernt, sondern auch Greater's. Die beste Konditorei-Eisdiele der Welt. Eine Kugel hier ist so groß wie 4 Kugeln bei uns und noch 5 Mal besser als Ben&Jerries weil das Eis selbst gemacht ist (Für Cookie Dough Chip würde ich töten)!
Als Carlos Geburtstag hatte haben wir ihm einen Schockokuchen von Greater's geschenkt, der definitiv nach Sünde geschmeckt hat! Jeden Tag an Greater's vorbei zu gehen ohne immer reinzugehen erfordert ein Höchstmaß an Selbstdisziplin!
Meine andere Lieblingssüßigkeit sind die amerikanischen Cookies. Die gibt es hier überall in 1000 verschiedenen Varianten und anders als bei uns auch in Soft anstatt Crunchy. Meine Lieblings-Kombi ist Peanutbutter-Chocolate-Chip. Ich kann die allerdings nicht offen in meinem Zimmer herumliegen lassen, da gewisse Mitbewohner sich in ihrer Sucht auch nicht so recht zügeln können, so dass Besuche in meinem Zimmer nicht immer mir gelten und auch nicht immer in meiner Anwesenheit stattfinden.

3. "Blueberry Morning"

Da mir schnell klar wurde, dass ich nicht 6 Monate lang von Toastbrot leben kann, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen und bin auf Müsli zum Frühstück umgestiegen. Was als Handlung aus der Not heraus entstanden ist, ist inzwischen zur Sucht geworden.
"Blueberry Morning" ist eine Mischung aus Kornflakes, irgendwelchen Getreideflocken, Mandeln und Blueberries (wer hätts gedacht) und hat ja wohl den bezauberndsten Namen, den ein Müsli nur haben kann!
Wenn ich morgens in die Küche komme und entdecke, dass mein Müsli leer ist, ist der Tag gelaufen. Ich werde das wohl kiloweise importieren müssen...

2. Mein Geisterschloss

Was soll ich sagen... inzwischen fühle ich mich eben echt irgendwie zu Hause hier...
Mein lila Mädchenzimmer mit den rosa Vorhängen, dem Kamin und dem Schnörkelspiegel, das Wohnzimmer mit Klavier, noch größerem Kamin, bequemsten Sofa der Welt und dem hübschen Rentierkopf an der Wand, die all-american Küche mit lebensgroßem Eismaschinenen-Kühlschrank und Barzeile, die Veranda mit Garten, der Partykeller mit Billardtisch... Wie soll ich jemals wieder in einer stinknormalen Wohnung wohnen??? (Wobei ich nicht daran zweifle, dass wir die perfekte Wohnung für die Alters-WG finden werden, Christinchen!)

1. Meine Conversa-Family (und meine Lieblings-Amis, die ich ja zum Glück noch nicht verabschieden muss)

Das traurigste an dem zu Ende gehenden Quarter wird der Abschied von den meisten meiner Mitbewohner. Nur Claire und Thomas werden bleiben... nach dem Bachelor werde ich dafür aber reisen, reisen, reisen!!! Mexico, Chile, Paris und London (und vielleicht auch Japan, haha) - ich werde kommen!!!

Freitag, 30. Oktober 2009

How To Be A Cowgirl

Situationsbeschreibung: Ich sitze mit Schweißausbrüchen auf meinem Bett, offensichtlich mit meinem Laptop vor mir und höre mir einen American-Singer-Songwriter-Verschnitt von Amy McDonalds an. Die Gute hat zwar eine ganz nette Stimme, hat aber leider den fatalen Fehler begangen ihr Album "the in between" zu nennen, was mich so sehr an Brittney Spears erinnert, dass ich meinen Radiokollegen wohl raten werde sie nicht zu spielen. Alle 5 Minuten schaue ich rüber zu meiner lieben Zimmernachbarin um mit ihr entsetzte und immer mehr genervte Blicke auszutauschen. Wir warten auf die Rückkehr einiger Mitbewohner um dann als eine Gruppe von Ghostbustern zu unserer ersten Halloween-Party aufzubrechen. Scarier als hier kann es allerdings kaum mehr werden. In unserem Haus rennt eine Horde vollkommen verrückter Asiaten herum, die als Katzen oder Kürbisse verkleidet schreiend und kichernd Hamburger essen und scheinbar das Bier nicht so gut vertragen... Eine interessante Beobachtung ist, dass Asiaten tatsächlich knallrot im Gesicht werden, wenn sie Alkohol trinken... kurzum: unser Vermieter schmeißt eine Halloween-Party für seine Sprachschule in unserem Haus und ich fürchte mich ernstahft davor mein Zimmer zu verlassen!



Ich habe noch garnicht von meinem letzten Wochenende berichtet...

Letzten Samstag war Homecoming hier. Das bedeutet Football, eine Parade mit lustigen Wägen, Kappellen und Homecoming King&Queen und crazy Parties Samstag Nacht. Ich hatte leider kein Ticket fürs Spiel weil meine Motivation mich schon zwei Wochen vorher um 8 Uhr morgens mit einem Haufen Football-Wütiger in eine Schlange zu stellen recht gering war. Scheinbar war das Spiel eh nicht spektakulär und mal wieder ein einfacher Sieg für unser Uni-Team, das im Moment jedes Spiel gewinnt, so dass die Football-Euphorie gerade wohl noch größer ist als sonst. Football und die Schweinegrippe sind jedenfalls überall die Nummer 1 Themen, seit ich hier bin.


Sehr viel cooler als der Samstag war allerdings mein Sonntag! Das International Office hat eine Ausflug auf eine Ranch in Indiana organisiert... das war einfach der perfekte Tag!
Bei strahlendem Sonnenschein sind wir durch die herrlichste Herbstlandschaft geritten. Durch den Wald, der in den schönsten Rot-, Orange-, Gelb- und Grüntönen geleuchtet hat, durch kleine Bäche und einen richtigen Fluss und entlang an riesigen Kornfeldern. Obwohl mir ja jeder prophezeit hat, dass ich im Kornspeicher von Amerika leben werde, war das tatsächlich das erste Mal, dass ich echte Kornfelder zu Gesicht bekommen habe! Es war herrlich!!! Toll war vor allem, dass ich keinen alten lahmen Gaul bekommen habe, sondern ein richtiges Pferd, das doch tatsächlich auf Kommandos reagiert hat! Ich wollte am liebsten nie mehr absteigen! Mein Pferd hiess Whiskey... vielleicht war das der Grund warum wir uns so gut verstanden haben...
Was ich allerdings ganz vergessen hatte ist, dass Reiten Teile deines Körpers zum Schmerzen bringt, die du sonst selten so bewusst wahrnimmst. Und das jetzt schon eine Woche lang...


Nach dem Ausreiten haben wir dann noch eine kleine Siedlung besucht, wo alles mega touristisch im altkolonialistischen Stil eingerichtet ist. Mein Favorite war der Halloween-Friedhof!


Mein Fazit: Homecoming-Queens sind nicht unbedingt heiss und wunderschön und das Glück dieser Erde liegt definitiv auf dem Rücken der Pferde!

Happy Halloween!


Mittwoch, 21. Oktober 2009

Indian Summer

Der Indian Summer ist da!

Natürlich kehrt das schöne Wetter genau dann zurück, wenn ich mir eine Winterjacke kaufe... aber ich will mich mal nicht beschweren! Die letzten Tage war hier der goldenste Oktober und ich konnte einfach nicht widerstehen noch ein paar kitschige Touribilder vom Campus zu machen



Die Kamera mitzunehmen war heute auch tatsächlich eine gute Idee. Mitten auf dem Campus hat eine der Fraternities eine bunte alte Schrottkarre geparkt, die dann von schlagkräftigen Studenten unter großem Gejohle der Zuschauer mit einem Hammer zertrümmert wurde. Vielleicht war das das Bewerbungsverfahren oder die Aufnahmeprüfung, wer weiss...
Mir persönlich sind die ganzen Fraternities und Sororities ja höchst suspekt aber in Amerika ist es glaub ich ziemlich normal zu irgendeiner Gemeinschaft zu gehören. Die Meisten haben lustige griechische Namen (Kappa Delta Phi, ...) und ihre hübschen Häuschen am Rande vom Campus. Vor allem die Fraternities sind für ihre wilden Parties bekannt, die ich bisher noch nicht besucht habe...
Zusammen mit meinen Mitbewohnerinnen habe ich neulich einen Film mit dem glorreichen Namen "Sorority Wars" angeschaut und das Faszinierendste daran war, dass es hier tatsächlich genauso ist wie in dem Film! Die Häuser, das Campusleben, die Leute (natürlich sind nicht alle irgendwelche abgedrehten Sorority-Zicken!) ... Fernsehen lügt eben doch nicht immer! Oder manchmal zumindest nur ein bisschen...
Ich fühle mich auch immernoch jedes Mal wie in einem Gangster-Film, wenn ich die Polizei Sirene draußen höre. Dagegen ist unser deutsches Tatütata nicht gerade spektakulär.



Mein Studentenleben hier gefällt mir auch immernoch ganz gut, auch wenn es langsam anfängt wirklich stressig zu werden. Hier ist schon Midterm, krass oder !?
Eine meiner wichtigsten Lektionen hier: Avoid being a Volunteer! (Ach ja, deutsche Sprache fällt mir immer schwerer ;) )
In meinem Studio-Production Kurs hab ich mich vor lauter Mitleid mit dem Dozenten dazu erweichen lassen für ein paar Beleuchtungsdemonstrationen nach vorne zu kommen.
Ein gutes Herz zu haben ist nicht immer die beste Entscheidung kann ich nur sagen!
Ich musste mich auf einen Barhocker setzen, die Kamera wurde auf mein Gesicht gezoomt, so dass es hübsch auf einer Großleinwand zu sehen war und dem Rest des Kurses wurden anhand von Licht und Schatten und der Textur meiner Haut verschiedene Beleuchtungstechniken demonstriert.
Äußerst angenehme Situation, wenn 15 Mann (Männeranteil von guten 90%) auf dein XXL-Gesicht starren, besonders wenn es 9 Uhr morgens ist und die verdammten Augenringe mal wieder den Kampf gegen den Abdeckstift gewonnen haben.
Manche von euch mögen sich wohl fragen warum jemand der seine Visage bereits für Pro7 Sushi-Tests und Nachbarschaftsstreitereien hergegeben hat, damit ein Problem hat... Ganz ehrlich: keine Ahnung!

Meine lieben Kommilitoninnen und Kommilitonen (schreibt man das so?), da ihr euch seit letzter Woche wieder mit dem Cip-Raum und diesen hässlichen, uralten Kisten herumärgern müsst, die gefühlte 2 Stunden brauchen um sich hochzufahren, muss ich euch noch etwas zeigen, was euch bestimmt ein klitzekleines bisschen neidisch machen wird...

(Die PCs im Computerraum - es ist eben alles ein bisschen größer hier...)

Ach ja, und eine kleine Ergänzung noch zum Stylomaten:
Sobald hier die Sonne scheint, packen die Amis ihre FilFlops aus. Wen kümmerts schon, dass es nur 15 Grad hat?
Und ich bin ja wirklich ein großer Fan von Leggins (meine neueste Errungenschaft ist lila, wer hätts gedacht?) aber hier gibt es definitiv noch größere Fans! Fans, die ihre Leggins so sehr lieben, dass sie alles von ihr zeigen wollen... alles! Das bedeutet, dass es keine Seltenheit ist, dass Mädchen Leggins und T-Shirt oder Pulli tragen.
Allerdings ohne Röcke oder Hosen - Wozu auch?

Samstag, 17. Oktober 2009

We Are Born in the 80s!

Gestern war einfach der perfekte Tag!

Trotz akkutem Schlafmangel habe ich mich aus dem Bett gequält um mich in Begleitung von Laure und Toti zum Recreation Center aufzumachen, wo ich stolze 50 Bahnen geschwommen bin (glaubt mir das irgendjemand??? Ich glaubs eigentlich selbst nicht!) !!!

Diese unglaubliche Befriedigung wurde dann am Nachmittag von einem seeeehr erfolgreichen Shoppingtrip Downtown getoppt! Keine Ahnung wann ich das letzte Mal so viel Geld an einem Tag ausgegeben hab... aber ich hatte einfach keine Wahl! Ehrlich! Wir waren bei TJmaxx und es ist einfach der Wahnsinn wie billig da alles ist. Das krasse ist, dass man nicht irgendwelche günstigen Klamotten bekommt, sondern richtig gute Markensachen. Ich habe original Converse-Schuhe und eine Adidas-Trainingshose für jeweils (umgerechnet) 15 Euro gekauft! (Ist jemand aufgefallen, dass ich hier große sportliche Ambitionen entwickle?)
Beim Anprobieren musste ich zwei Mal gehen weil die Spielverderber mich nicht alles auf einmal anprobieren lassen wollten und beim Anstehen an der Kasse ist mir fast der Arm abgefallen...

Papa, wenn du das hier liest, don't worry! Ich hab mein Geld überaus sinnvoll investiert! :)

Die sinnvollste Investition habe ich dann aber noch beim Endspurt, ca. 200 Meter von meiner Haustür entfernt gemacht! Eine Billabong-Winterjacke für umgerechnet 57 Euro!!! Ein Hoch auf den Dollar-Kurs!


Vom Shopping-Heaven bin ich anschließend in den Party-Heaven geschwebt...
Wir haben gestern unsere erste richtige Party hier im Haus veranstaltet. Carlos hatte die Woche Geburtstag und das wurde mehr als gebührend mit einer 80er-Jahre Party in unserem Keller gefeiert!


Die Vorbereitungen haben sich über die ganze Woche gezogen: vom perfekten Flyer über die perfekte Playlist, bis zur perfekten Akkustik und Beleuchtung war alles bis ins Detail geplant. Trotzdem hatten wir alle ein bisschen Angst, dass keiner kommt und die Party ein Flop wird. Zum Glück unbegründet! Ich weiss Eigenlob stinkt, aber die Party war der absolute Wahnsinn!!! Witzig war, dass Laure ungefähr zwei Stunden vor der Party einen Anruf von einem Freund bekommen hat, der gefragt hat ob wir einen DJ haben wollen... irgendein Freund würde umsonst auflegen wenn wir wollen... so, why not?



Als ich heute Mittag aufgewacht bin und mich in die Küche gewagt habe um meinen knurrenden Magen zu besänftigen, hatte ich echt Angst vor dem was mich dort erwarten würde. Der Schock war umso größer als ich statt Millionen leerer Bierdosen und halbvollen Bechern und was man halt sonst noch so findet nach einer Party mit geschätzten 100-150 Gästen, eine strahlend saubere Küche vorfinde - so geblitzt und geblinkt hat diese Küche noch nie!
Hier leben eben gute Geister!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Just Another Weekend

Eigentlich wollte ich ja nur bloggen, wenn ich auch etwas zu erzählen habe... Heute ist allerdings ein besonderer Tag und ein besonderer Tag verdient besondere Aufmerksamkeit!

Heute bin ich seit genau 4 (!!!) Wochen in Cincinnati! Und ja, der Spruch ist abgedroschen, aber: Es fühlt sich an als sei ich erst gestern angekommen! Hach, wie die Zeit vergeht...

Besonders die Wochenenden verfliegen! Jetzt ist es schon wieder Sonntag Abend und ich drücke mich erfolgreich vor den 120 Seiten, die ich bis Dienstag aufmerksamst gelesen haben sollte, da demnächst schon die ersten Tests anstehen. Wat solls...

Das mich-vor-dem-Studieren-drücken ist auch einfach zu leicht hier!

Am Freitag waren wir auf einer Geburtstagsparty eingeladen. Es war das erste Mal, dass wir in einem richtigen Club gefeiert haben. Zuerst hat uns am Eingang so ein XXL-Glatzkopf mit einem fetten schwarzen Eddingmarker seltsame Zeichen auf die Hand gemalt. Ich dachte der spinnt! Kurze Zeit später wurde mir allerdings klar, dass mein neues Tattoo zusammen mit dem Passwort "Larissa" Free Shots für den Rest der Nacht bedeuten... unter diesen Umständen fiel es mir dann nicht mehr ganz so schwer mich mit meinem neuen Körperschmuck anzufreunden. Gefeiert wurde dann im VIP-Bereich mit XXL-Wodkaflaschen in Eiskübeln und einer Auswahl an verschiedenen Säften, serviert von Mädchen, die in ihrem Outfit auch bei Hooters arbeiten könnten. Delicious! ... Die Säfte wohlgemerkt!
Das einzig wirklich blöde ist, dass Öffnungszeiten hier strikt vom Gesetz geregelt werden, so dass um 2 Uhr knallhart Licht an- und Musik aus- und wir notgedrungen nach Hause gehen um die Party in unserer Küche fortzusetzen.


Nachdem heute eine Horde Football-Wütiger unser Wohnzimmer in Beschlag genommen hat, habe ich beschlossen zum ersten Mal Schwimmen zu gehen. Auf dem Campus gibt es ein Recreation Center, das wohl das riesigste Sportzentrum ist, das ich jemals gesehen habe. Zum einen gibt es dort alle Fitness Geräte, die man im Fitnesscenter findet in hundertfacher Ausführung, zum anderen gibt es bestimmt 10 Hallen für alle Ballsportarten, extra Squashhallen, eine Laufbahn wie im Leichtathletikstadion, eine Kletterwand, drei riesen Schimmbecken und einen Whirlpool. Und das Beste ist, der ganze Spass ist 7 Tage die Woche von Morgens bis Abends geöffnet und für Studenten komplett umsonst!!! Das ist vermutlich die Erklärung warum hier nicht alle fett sind... Ich persönlich habe mir nach den stolzen 40 Bahnen, die ich heute gezogen habe (Laura, du wärst sooooo stolz auf mich gewesen!!!) , erstmal ein Subway Mittagessen gegönnt, allerdings Veggie-Delight :)
Und als ich dann zurück kam hat in meiner Küche auch gleich die nächste Sünde gewartet... Football-Törtchen... die spinnen zwar die Amis aber was Süßigkeiten angeht sind sie einfach unschlagbar!

Freitag, 9. Oktober 2009

Our Home is Our Castle!

Heute ist ein guter Tag!

Mit dem Wetter hat das in diesem Falle eher weniger zu tun, denn hier ist es jetzt definitiv Herbscht!
Das bedeutet erschreckende Kälte, konstanter Wechsel zwischen Sonnenschein und Gussregen und Blätter, die sich in den hübschesten Farben präsentieren. Dies alles verstärkt mein Gefühl, dass wir hier in einem kleinen verwunschenen Geisterschlösschen wohnen.

Das ist übrigens mein Viertel, was wohlgemerkt eines der schönsten in Cincinnati ist:


Bestärkt wird dieses Gefühl von dem Geruch von gebratenen Würstchen, der jeden Morgen durch das Haus zieht, obwohl die Verdächtigen vehement abstreiten Morgens zu kochen ... "Cooking in the morning? Ooohhh nonononooooooo!!!" ... Die unendlichen Stapel von dreckigem Geschirr erscheinen wohl auch durch Geisterhand, denn egal wie oft man sie bekämpft, sie kommen immer immer immer wieder! Verschwinden tun dafür Suppen, Käse, Milch, Müsli,... Ach, diese Geister!



Aber nicht nur die Geister bereiten sich auf die spukige Jahreszeit vor. Unsere kleinen braunen Freunde sind auch schon ganz fleißig! Kleine braune Freunde? Ich habe wirklich keine Ahnung warum, aber in Cincinnati wimmelt es nur so vor Eichhörnchen! Die kleinen Nager springen zu Hunderten um uns herum. Auf dem Campus, im Park, auf der Straße und in den Bäumen vor unseren Fenstern,... nicht alle Hausbewohner sind davon so angetan wie ich, weshalb schon kräftig Pläne für ein großes Squirrel-BBQ in unserem Garten geschmiedet werden.


Zurück zu der Frage warum heute trotz unfreundlichstem Regenwetter ein guter Tag ist...

Drittens: weil ich heute nur ein Seminar hatte und den Rest des Tages mit Lesen, in die Heimat skypen, im Bett liegen und mit meinen Mitbewohnern rumgammeln verbringe.

Zweitens: weil wir heute Abend zum ersten Mal in einen richtigen Club gehen um zu dancen und den Geburtstag einer Freundin zu feiern.

Und Erstens und Allerwichtigstens: Weil die Putzfrau, für die wir alle ordentlich Kohle bezahlen und die eigentlich alle zwei Wochen das Haus zum Blinken bringen soll, heute (nach VIER Wochen!!!) zum ersten Mal ihren Hintern in mein Bad bewegt hat um es tatsächlich zu putzen!!! Das war schon ein paar Freudensprünge wert! Die gute Frau hat sich nämlich die ersten drei Wochen garnicht sehen lassen um dann aufzutauchen und die Treppe zu wischen (enorm wichtige Tätigkeit!). Als es dann zum spannenden Part kam meinte sie, die Bäder seien ihr jetzt zu viel, sie kommt dann nächste Woche wieder. Ich war nicht die einzige, die sie heute mit Wutschnauben und falschem Lächeln beobachtet hat bis alles sauber war.
Für alle, die sich fragen wie ich es die letzten Wochen in diesem Bad ausgehalten habe, hier ein paar Impressionen:


Bei dem Bad kann man schon mal über ein bisschen Dreck hinwegsehen... (ich habs zumindest versucht und ab und an selbst Initiative ergriffen, wenns zu schlimm war)

So sehr ich auch die sonntäglichen Tatortabende mit meinen liebsten Münchnern vermisse, bin ich doch sehr erfreut, dass sich hier langsam neue Traditionen auftun! Donnerstag Abend ist der Familienabend der Conversa-Crew. Um 9 Uhr finden sich Weiblein und Männlein (!!!) in unserem wundervollen All-American-Wohnzimmer ein, alle bewaffnet mit mehr oder weniger gesundem Essen und voller Erwartung wieviel Blut und Tränen heute wohl wieder fließen werden im Seattle Grace. Für alle, die jetzt nicht wissen wovon ich spreche... hier läuft seit 3 Wochen die neue Grey's Anatomy Staffel!
Und es sind nicht immer nur die Mädchen, die aufschreien, wenn mal wieder ein hübscher blutiger Schweinedarm in die Kamera gehalten wird!