Donnerstag, 1. Oktober 2009

American University - Hard Work und der Stylomat

Hello hello,

es ist schon unglaublich wie abhängig meine Stimmung vom Wetter ist!
Als ich heute morgen durch dicke kalte Nebelsuppe den Berg hoch zur Uni gestapft bin, habe ich ungefähr alles und jeden verflucht und mich ganz dringend zurück in mein Bett gewünscht. Inzwischen sitze ich bestens gelaunt auf meiner sonnigen Veranda, bereite mich mental auf meine Hausaufgaben vor und warte darauf, dass mein Super-Koch-Mitbewohner Thomas vom Supermarkt zurückkommt und wir lecker Hühnchen-Curry machen. Meine Hausaufgabe heute: kreativ sein! So, here we go...


Der Kurs von heute morgen heisst Studio Television Production und findet in einem richtigen Fernsehstudio statt. Wir lernen nicht nur die Theorie, sondern dürfen selbst die Kameras bedienen (ob das in meinem Fall eine gute Idee ist?) , Licht und Ton regeln, moderieren,...
Der Professor ist vielleicht Mitte 30, trägt Ohrringe und Chucks und meint: Hey guys, just call me John! Dass Professoren einem den Vornamen anbieten ist hier keine Ausnahme. Anders als bei uns wird wenig Wert auf Formalität gelegt. Die Kurse sind klein und die Professoren versuchen ihre Studenten kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Überhaupt ist die E-Media ein extrem kreatives Arbeitsumfeld. Die Kurse bestehen vor allem aus Projektarbeit. In meinem News Writing Kurs (der von Norma Rashid - scheinbar ziemlich bekanntes TV-Gesicht hier - gegeben wird. Sie ist eine echt coole Frau, ich glaube ich habe ein neues Vorbild gefunden!) schreibe ich gerade meine ersten eigenen Radionachrichten mit O-Tönen aus Interviews, etc. und im Radiokurs kriege ich Credits dafür, dass ich meinen Senf zu neuen Indieplatten abgebe und Lieder aussuche, die gespielt werden sollen. Der Spassfaktor in (meinem Teil) der Uni ist definitiv um einiges höher als in Good Old Germany. Der Arbeits- und Anspruchsfaktor allerdings auch! Hier wird erwartet, dass man immer vorbereitet ist für die Kurse und dass man seine Freizeit in die Projekte investiert. Ich schwanke also stetig zwischen die-Uni-macht-mir-riesen-Spass und kompletter Überforderung! Mal schaun wies ausgeht...
John hat sich heute jedenfalls mit einem wichtigen Auftrag aus der Stunde verabschiedet: "Your homework for this weekend: be creative and do something you're passionate about!"

Ich habe inzwischen meine erste Uniwoche überstanden und bin mit meiner Kurswahl bisher ganz zufrieden. Zu den "cool kids" gehöre ich wohl immernoch nicht (das MacBook Pro fehlt eben) aber ich mache mich langsam und fange sogar an, in den Kursen mein (Nicht-)Wissen zu verkünden...

Wie bei uns auch, gibt es an der Uni die unterschiedlichsten Menschen und vor allem die unterschiedlichsten Styles. Indie-Styler, Hip-Hop-Skater-Boys, Gangster-Rapper, Gucci-Highheel-Mädchen (die wohlgemerkt momentan diesem grauenhaften Gummistiefel-Trend folgen, der in Deutschland zum Glück schon wieder verebbt ist) Punks und Nerds.
Kennt man ja alles schon.
Was wir in der Heimat allerdings nicht haben (oder zumindest nicht in diesem überwältigenden Ausmaß) sind die Sport-Freaks. Die Sport-Freaks kommen prinzipiell in ihren Trainingsklamotten in die Kurse. Wer jetzt an durchtrainierte Boys in T-Shirt oder Trickot und Trainingshosen denkt malt sich nur die schönste dieser Erscheinungen aus. Während man den Jungs ihr Aussehen vielleicht noch als sportlichen Style auslegen kann, gibt es bei den Mädchen keine Entschuldigung mehr.
Shorts, Trainingshosen, Schlabber T-Shirts und Pullis, Haare aus dem Gesicht und mit Haarband streng nach hinten fixiert, Flip-Flops, Rennschuhe und am besten noch den Eisbeutel ums Bein gebunden... was man eben so braucht um allzeit bereit zu sein... Heute Morgen gesichtet: Schlabbershirt in die Jogginghose gesteckt, dazu Badeschlappen!!! Ich weiss ich bin oberflächlich und ich will ja nicht gemein sein aber es sieht noch schlimmer aus, als es klingt!

Sport und der damit verbundene Patriotismus sind extrem wichtig hier. Das führt dazu, dass jeder 3. entweder mit den Trainingsklamotten seines Uni-Sport-Teams unterwegs ist (und es gibt keinen Sport, für den es hier kein Team gibt!) oder generell mit Klamotten, die irgendeinen unibezogenen Aufdruck haben. Die sehen größtenteils sogar echt gut aus. Ich glaube ich werde mir für den kalten Winter auch noch einen Bearcats-Hoody zulegen. Wenn ich meine Nerven weiter so ausgiebig mit Oreos (den göttlichsten Keksen der Welt) füttere, kann ich ihn auch gleich in Übergröße kaufen!

1 Kommentar:

  1. Steffi!!! Ich liebe liebe liebe liebe deinen Blog! Ich habe gerade jeden Eintrag Matti laut vorgelesen und wir haben uns zerschossen! Die schreibst du sooo schön! Oh ich will mehr, mehr, mehr! Will dich nur kurz auch mal neidisch machen: Habe Karten für Editors mit Vorband Maccabees! :) Juhu!
    Ich vermiss dich du altes Huhn! Und schreib mehr mehr mehr! Der beste Blog ever

    Dicker kuss Go Steffi Go Steffi!!!
    Und behalte deinen schwarzen Humor!!!

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