Montag, 14. September 2009

Totally Overwhelmed

Trotz aller Befürchtungen und kleinen und großen Panikattacken ist natürlich alles gut gegangen. Flug und alles liefen absolut glatt, wer hätte das gedacht :)
Umsteigen in Atlanta war aufregend weil da die böse Homeland Security auf mich gewartet hat aber eigentlich waren alle immer nett und auch mein Übergepäck wurde großzügig ignoriert. Lucky Me! Gut auch, dass ich nicht wiederstehen konnte und alle Röcke und Kleider doch in den Koffer gewandert sind, hier ist nämlich, entgegen all meiner Erwartungen, noch richtig Sommer. Meine erste Begegnung mit "real Americans" war dann auch schon direkt in Stuggi, als ein Grüppchen Biker sich neben mir im Flieger platziert hat, die nicht nur wie das lebende Klischee aussahen, sondern sich auch so benahmen. Da wurde dann lauthals Karten gespielt und fröhlich gerülpst und gefurzt. Very nice...

Nach ca. 13 Stunden Reiseweg bin ich gestern Abend endlich angekommen und wenn ich nicht so unglaublich müde gewesen wäre hätte ich vermutlich vor Begeisterung juchzend durch dieses unglaubliche Haus springen müssen. Ich konnte kaum glauben, dass das sein Ernst ist, als mein Lieblingsfreund Ryan mich hier abgesetzt hat ... das Haus ist eine kleine Märchenvilla... Mit Garten und Veranda zum Garten und einer richtigen American Kitchen und Wohnzimmer mit Fernseher und Kachelofen und Esszimmer und Partykeller mit Billardtisch. I'm totally totally totally in Love!!! Wir wohnen hier ungefähr zu zehnt und ich teile mir ein Zimmer mit Toti - eine verrückte kleine Mexikanerin, die absolut cool ist, wir verstehen uns super: gleiche Musik und vor allem mindestens genause bösartiger Humor - ich denke es wird trotzdem anstrengend sich 6 Monate ein Zimmer zu teilen aber das Zimmer ist riesig und ich glaube wir werden gut klarkommen! Der Rest ist ein bunter Haufen, Thomas aus Aachen, Carlos aus Chile, Natascha und Laure aus Paris und ein Haufen stranger Asiaten, deren Namen ich mir nicht merken kann... Langweilig wirds mir also vermutlich eher nicht! Cool ist, dass wir (Asians excluded) zusammen kochen (hier sind übrigens wie erwartet nur die ungesunden Sachen billig und es wimmelt nur so davon, die Chancen, dass ich fett werde stehen also bestens!) und den ganzen Orientierungskram zusammen erledingen.

Cincinnati ist soweit ich das bisher beurteilen kann ne echt schöne Stadt. Vor allem, das Viertel in dem ich wohne ist cool, mit allem was das Herz begehrt. Hab heute schon eine kleine Tour durch die Stadt und zum Campus hinter mir. Ist alles ziemlich beeindruckend und das Wort "huge" bekommt hier definitiv eine ganz neue Bedeutung... Die Chancen, dass ich mich hier jemals zu Recht finden werde stehen allerdings mehr als mies! Die Bushaltestellen haben keine Namen (offiziell vermutlich schon, aber wozu soll man die hinschreiben oder im Bus ankündigen??) und die Stadt ist definitiv zu groß für mein orientierungsmäßiges Aufnahmevermögen. Sollte ich also tatsächlich irgendwann lost in Cincinnati sein, ist das wirklich kein Wunder (und auch nicht meine Schuld!!!)
So, damit geht mein erster Tag im Land der unbegrenzten Möglichkeiten langsam zu Ende. Jetzt werde ich mich wohl noch ca. eine Woche lang chillen und mich wie ein Touri fühlen und benehmen und den ganzen Orientierungskram mitmachen und nächste Woche Mittwoch beginnt dann der Ernst des Lebens hier.

So long, es grüßt die Steffi

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